Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.03.2019


Bezirk Imst

Hospizteam am Plateau neu formiert

Am 4. April findet die Gründungsfeier des neuen Hospizteams in Mieming statt. Im TT-Gespräch berichten zwei der Mitbegründerinnen, was die Hospizarbeit für sie bedeutet.

Martha Stocker und Maria Kail (v. l.) präsentieren das neu aufgestellte Hospizteam Mieminger Plateau.

© ParthMartha Stocker und Maria Kail (v. l.) präsentieren das neu aufgestellte Hospizteam Mieminger Plateau.



Von Thomas Parth

Mieming, Wildermieming, Obsteig, Mötz, Stams – Gleich vier personelle Neuzugänge in Mieming machten es möglich, dass an eine Eigenständigkeit des Hospizteams Mieminger Plateau zu denken war. Martha Stocker legte zusammen mit Maria Kail und Anna Walser im vergangenen Jahr ein Konzept für eine Neuorientierung vor. Das Hospizteam Mittleres Oberinntal ist mit sechs Personen für die Gemeinden Silz, Haiming und Roppen inklusive der beiden Heime in Silz und Haiming zuständig. „Während wir uns um die Orte Mieming, Obsteig, Wildermieming, Mötz und Stams und das Heim Helenengarten in Barwies kümmern“, führt Teamleiterin Stocker näher aus. Am Donnerstag, den 4. April, findet im Gemeindesaal Mieming um 19.30 Uhr die offizielle Gründungsfeier statt.

Alle ehrenamtlich tätigen Hospiz-Mitarbeiter durchlaufen eine fundierte Ausbildung. „Wir sind in der Sterbe-, Trauer-, aber auch in der Lebensbegleitung tätig. Neuerungen wie Tageshospiz oder Kinderhospiz und die Arbeit auf der Hospiz-Station sichern bzw. steigern die Qualität“, verdeutlicht Stocker. Sterbende Menschen, die die letzten Tage ihres Lebens zu Hause verbringen und dort sterben wollen, werden durch das Hospizteam ebenso begleitet wie Angehörige nach einem Trauerfall. „Unter Lebensbegleitung verstehen wir z. B. die Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Eine Tochter, die sich aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder wegen ihres Gesundheitszustandes nicht mehr in der Lage sieht, ihre Mutter daheim zu pflegen, braucht oftmals eine Rückenstärkung, ein Gespräch. Es geht darum, die Sicherheit zu vermitteln, dass die getroffene Entscheidung die richtige war“, schildert Stocker.

Maria Kail weiß, dass man diese Aufgabe nur durch absolute Diskretion verrichten kann. „Wir haben einmal im Monat eine Teamsitzung und wir besprechen Fälle gruppenintern. Das hilft uns, mit schwierigen Momenten fertigzuwerden“, so Kail, schließlich könne es auch vorkommen, dass man „drei Begleitungen zeitgleich und dann einen Monat lang nichts hat“. Trauer soll anerkannt und zugelassen werden, anstatt sie zu unterdrücken oder zu verdrängen.

„Für uns Hospizmitarbeiter ist die nötige Distanz unumgänglich. Wir tragen die Trauernden quasi durch diese schwere Zeit. Wir geben auch das Gefühl, loslassen zu dürfen. Mitleid ist hier völlig fehl am Platz“, unterstreicht Stocker. Laufend werden Workshops und Weiterbildungen von der Landesleitung angeboten. Heuer etwa findet ab 28. März der Österreichische Interprofessionelle Palliativkongress in Innsbruck statt. „Wenn man sich untereinander austauscht, kann man immer wieder etwas Interessantes mitnehmen“, zeigt Kail auf. Anlässlich der Gründungsfeier am 4. April wird der Geschäftsführer der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Werner Mühlböck, einen Vortrag „Leben bis zuletzt“ halten.

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