Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.03.2019


Schwaz

Schwere Erkrankung bremste Filmemacher ein

So hatte sich der gebürtige Schwazer seine Reise quer durch Asien nicht vorgestellt. Doch Gert Chesi lässt sich nicht so leicht unterkriegen.

Der Schwazer Gert Chesi liebt es, die Kulturen der Völker zu entdecken. Dabei musste er nun auch an seine eigenen Grenzen gehen.

© Gert ChesiDer Schwazer Gert Chesi liebt es, die Kulturen der Völker zu entdecken. Dabei musste er nun auch an seine eigenen Grenzen gehen.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz, Togo – Ein kleiner Opferplatz lässt Gert Chesi bei der Rückkehr lächeln. Wochen später als geplant ist er wieder in seiner Wahlheimat Togo angekommen. Freunde hatten sich große Sorgen gemacht. Denn der gebürtige Schwazer und Gründer des Museums der Völker ist auf einer Reis­e schwer krank geworden. „Grüße vom Wiederauferstandenen“ sandte er an einen Kollegen in die Schwazer Heimat. Und obwohl er irgendwo im Nirgendwo in einem Krankenhaus um sein Leben rang, ist er nun schon wieder unterwegs zum nächsten Filmauftrag. So schnell lässt sich Chesi nicht unterkriegen.

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- Max Scherer

Anfang des Jahres verschlug es den Fotografen und Filmemacher nach Borneo (Südostasien), wo er einen Film über Völker abseits zivilisatorischer Entwicklung drehte. Er stellt vor allem das Unbekannte in den Fokus und bereiste schon unzählige Länder in Südostasien und Afrika, um über die fremden Kulturen der Völker dieser Welt zu berichten. Doch die Reise nach Nord-Borneo enttäuschte Chesi. „Malaysia zeigte sich als ein modernes, aufstrebendes Land und die Völker, die ich zu finden hoffte, waren nur noch in Höfe-Museen als Schausteller präsent“, sagt er. Also machte er sich auf nach Bangkok, und von dort ging es weiter nach China, Indien, Kambodscha und in umliegende Länder.

Doch dann passierte es. Es ging Chesi zunehmend schlechter. In einem Krankenhaus wurde dann eine Sonderform der Lungenentzündung diagnostiziert. Doch anstatt dass die verabreichten Medikamente halfen, entwickelte sich eine Allergie. „In kurzer Zeit war mein ganzer Körper mit Geschwüren überzogen“, erzählt Chesi. Es war eine harte Zeit für den Abenteurer. „Ich wurde stationär behandelt, künstlich ernährt, litt unter einer halbseitigen Gesichtslähmung“, sagt Chesi. Damit nicht genug, kam noch ein Krankheitsbild hinzu: eine Schuppenflechte, die sich als Autoimmunerkrankung entpuppte. Und dann der Schock: Diagnose Leukämie. Das traf den ohnehin geschwächten Filmemacher schwer. Doch es stellte sich heraus, dass die Ärzte sich geirrt hatten. „Zum Glück“, sagt Chesi. Sechs Wochen lang kämpfte er im Spital gegen die Krankheiten an. Vor allem die Geschwüre sorgten für starke Schmerzen. Doch Chesi gab nicht auf. Mittlerweile ist er auf dem Weg der Besserung.

„Am Tag meiner letzten Untersuchung flog ich zurück nach Togo, wo ich mich nun einige Wochen erholen werde“, sagt Chesi. Doch allzu viel Zeit für Ruhe gönnt er sich nicht. Denn das nächste Projekt in Afrika wartet bereits. Ende April ist auch ein Besuch in seiner Heimatstadt Schwaz geplant.

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- Gert Chesi



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