Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.03.2019


Bezirk Reutte

„Orange Flotte“ in Reutte dauernd Aggressionen ausgesetzt

Baubezirksamtschef Wolfgang Haas appelliert, Feindseligkeiten gegen seine Mitarbeiter herunterzufahren. Reuttes Kreisverkehre eine Woche gesperrt.

Immer öfter sehen Verkehrsteilnehmer die Arbeiten der Straßenerhalter nicht als Service, sondern als Hindernis. Der Ton wird aggressiver.

© iStockImmer öfter sehen Verkehrsteilnehmer die Arbeiten der Straßenerhalter nicht als Service, sondern als Hindernis. Der Ton wird aggressiver.



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Jedes Frühjahr stellen die Chefs des Baubezirks-­ (BBA) und Wasserbauamtes Reutte, Wolfgang Haas mit Wolfgang Klien, die aktuellen Jahresprojekte vor. Haas nutzte den Termin diesmal für einen eindringlichen Appell. Die Arbeit der Mitarbeiter des Baubezirksamtes auf den Straßen werde immer gefährlicher, die Verkehrsteilnehmer würden immer aggressiver. „Es wird immer schlimmer. Die orange Flotte ist als Pfleger, Serviceeinrichtung und Instandhalter unterwegs. Sie wird aber immer mehr als Hindernis wahrgenommen. Was unsere Leute oftmals für ein Echo bekommen, ist wirklich nicht lustig.“

Auch 2019 wird das Baubezirksamt in allen Talschaften tätig werden. Insgesamt stehen dafür 10,5 Millionen Euro zur Verfügung. Vor allem eine Maßnahme im Bezirkshauptort bereitet ein wenig Kopfzerbrechen. Der Straßenbelag vom Hauptkreisverkehr in Richtung Bahnhof ist über zwei Kreisverkehre hinweg zu sanieren. Gerade das mittlere Rondell an der „Ecke“ Mühler Straße/Planseestraße ist für die Verkehrsabwicklung in Reutte von enormer Bedeutung und laut Haas für große Verkehrsströme fast nicht umgehbar. Da hier auch der zentrale Schulverkehr abgewickelt wird, wartet das BBA mit den Arbeiten bis in die erste Ferienwoche. Als zeitliche Zielvorgabe für die Dauer der Sperre werden eine Woche und ein langes Wochenende angenommen. Vorerst wird das erste Ferienwochenende angepeilt. Eine weitere Baustelle mit Auswirkungen auf den Verkehr wird beim Kreckelmoos eingerichtet.

Das Aufatmen in Ehrwald, das zu Ferienbeginn zu hören sein wird, ist schon jetzt zu erahnen. Dann nämlich wird der vierte und letzte Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt, der nach Ostern startet, abgeschlossen sein. Zwei Jahre musste der zweitgrößte Ort des Außerferns mit großen Einschränkungen zurechtkommen. Eine Reinigung des Lermooser Tunnels wird deshalb vorgezogen. Von 1. bis 5. April muss die Röhre umfahren werden – „außer das Wetter ist schlecht, natürlich nicht im Tunnel“, lacht Haas auf, „dann kommt die Umleitung von 8. bis 12. April“.

In Häselgehr wird eine Engstelle aufgeweitet. Dafür löst das BBA ein Haus im Ort ab und beseitigt es. Der 30 Meter tiefe Torfboden bei der Kreuzung Haldensee/Grän macht den Straßenbauern zu schaffen. Überlastschüttungen und Bohrpfähle für eine Brücke werden notwendig.

Haas nannte insgesamt knapp 20 Projekte im Bezirk für das Jahr 2019. Allfällige Verkehrsbehinderungen werden rechtzeitig in der TT bekannt gegeben.

Wasserbauamtschef Wolfgang Klien steht heuer ein Budget von 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Davon kommen von der EU 600.000 Euro. Und das sind pünktliche Zahler“, merkt er freudig an. Vor allem LIFE-Projekte entlang des Lechs, darunter viele Aufweitungen, sind das bestimmende Moment 2019.

Haas wie Klien können mit gleichbleibenden Budgets wie im vergangenen Jahr planen, „aber die Preise explodieren. Ein Quadratmeter Brücke kostete vor fünf Jahren 2500, jetzt 3700 bis 4000 Euro.“