Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.04.2019


Bezirk Kufstein

In den Wäldern des Bezirks Kufstein herrscht Lebensgefahr

Im Bezirk Kufstein hinterlässt der Winter 30.000 Festmeter Schadholz in den Wäldern. Daher bleiben viele Wanderwege zu, auch der am Hechtsee.

Wann die Absperrung am Hechtsee wieder entfernt wird, kann derzeit noch niemand sagen.

© Schmid/StadtWann die Absperrung am Hechtsee wieder entfernt wird, kann derzeit noch niemand sagen.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Dieser Winter hatte es in sich. Nicht nur Straßen mussten wegen der außergewöhnlichen Schneefälle gesperrt werden. Die gewaltige Last ließ in den Wäldern Äste knicken und Bäume entwurzeln. Ursprünglich ist man bei der Bezirksforstinspektion von rund 25.0000 Festmetern Schadholz ausgegangen. Jetzt, wo der Schnee schmilzt, zeigt sich immer mehr das wahre Ausmaß der Verwüstung im Bezirk. „Wir müssen die Zahl nach oben korrigieren. Es dürften an die 30.000 Festmeter werden“, erklärt Hans-Peter Schroll, Chef der Bezirksforstinspektion Kufstein.

Umgestürzte oder auch wackelige Bäume machen auch viele Sperren von Wanderwegen notwendig. Und die sollte man auf alle Fälle beachten, wie Schroll warnt. „Da besteht absolute Lebensgefahr“, appelliert er an die Wanderer, keinesfalls solche Absperrungen zu ignorieren.

Die Waldschäden nach dem schneereichen Winter müssen mühsam entfernt werden.
Die Waldschäden nach dem schneereichen Winter müssen mühsam entfernt werden.
- Stadt Kufstein - Kleinheinz

Nur das passiert immer wieder. Besonders am Weg rund um den Haussee der Kufsteiner, dem Hechtsee, machen empörte Spaziergänger oder Jogger ihrem Ärger Luft, wenn sie vor einem Sperrgitter stehen und umdrehen müssen. Oder sie umgehen die Barrieren. Vor Wochen kam es dadurch zu einem schweren Unfall, wie zu erfahren ist.

Derzeit seien alle mit Hochdruck dabei, daran zu arbeiten, den Weg wieder öffnen zu können, heißt es aus der Stadt Kufstein. Während die Stadtwerke ihren Teil auf dem Weg bereits erledigt haben bzw. noch die alte Hechtseestraße, einen Mountainbikeweg, herrichten, kämpfen private Grundbesitzer immer noch mit den äußerst widrigen Umständen, wie dem steilen Gelände.

Für ÖVP-GR Richard Salzburger bleibt es aber „unergründlich, warum es in mehreren Monaten nicht möglich war, den Rundweg Hechtsee von Bäumen frei zu räumen, um so, gerade bei den aktuellen Temperaturen, den Bürgern einen Aufenthalt im beliebten Naherholungsgebiet zu ermöglichen. Ich ersuche den Bürgermeister, hier rasch tätig zu werden.“

Der Winter hat seine Spuren hinterlassen.
Der Winter hat seine Spuren hinterlassen.
- Stadt Kufstein - Kleinheinz

„Es ist technisch sehr schwierig“, wirbt Bürgermeister Martin Krumschnabel um Verständnis. „Ein Problem ist auch, dass kein Personal zu bekommen ist“, erklärt Forstchef Schroll, der die Arbeit der Grundbesitzer ausdrücklich lobt. Derzeit kann aber niemand sagen, wie lange es noch dauern wird, bis der Spazierweg wieder offen ist. Auch der Weg vom Hechtsee zum benachbarten bayerischen Kiefersfelden sei noch gesperrt, wie bei der Stadt zu erfahren ist. „Wenn es im Sommer möglich ist, wird geöffnet, wenn es nicht möglich ist, dann deshalb, weil es nicht geht. Wir scheuen hier keine Kosten“, erklärt Bürgermeister Krumschnabel, der auch auf die Haftungsfrage verweist.