Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.04.2019


Bezirk Imst

Entdeckungstour zum Thema Holz in der Imster HTL

Der „Geniale Holztag“ an der HTL Imst brachte 200 NMS-Schülern aus Imst und Reutte den Werkstoff Holz nahe. An 15 Stationen, an denen sie auch Hand anlegen konnten, lernten sie dessen Möglichkeiten kennen.

Wie baut man ein Holzfachwerk zusammen?

© PaschingerWie baut man ein Holzfachwerk zusammen?



Von Alexander Paschinger

Imst – Wie man aus ein paar Schindeln – ohne Seile, Nägel oder Schrauben – das Modell einer tragfähigen Brücke zusammenbastelt? Leonardo da Vinci wusste es. Und seit gestern wissen es auch gut 200 Schüler aus neun Klassen von drei Imster NMS (Musik, Sport und Oberstadt) sowie der NMS Reutte-Untermarkt. Denn die so genannte „Leonardo-Brücke“ war eine von 15 verschiedenen Stationen am „Genialen Holztag“, der vom Verein proHolz gemeinsam mit der HTL Imst angeboten wurde.

Warum bilden ineinander verkeilte Holzschindeln ohne Hilfsmittel eine tragfähige Brücke?
Warum bilden ineinander verkeilte Holzschindeln ohne Hilfsmittel eine tragfähige Brücke?
- Paschinger

Die HTL Imst hat in ihren drei Abteilungen Innenarchitektur, Bautechnik und IT-Kolleg ohnehin „den gemeinsamen Nenner Holz“, erklärt der Abteilungsvorstand von Innenarchitektur und Holztechnik, Werner Mungenast. Und ein Teil der knapp 600 HTL-Schüler übernahm am Donnerstag auch die Betreuung der jungen Gäste an den verschiedenen Stationen.

Und da erfuhren die interessierten Schüler durchaus anhand von ein wenig Praxis, was man mit Holz alles machen kann: Vom Fachbauwerk über die Behandlung, das Sägen, Schleifen, Fräsen, Bohren, Drechseln oder auch die CNC-Technik bis zum längsten Hobelspan und zur Unterscheidung der einzelnen Baum­arten reichte das Angebot.

Die gut 200 NMS-Schüler konnten am Donnerstag in Imst schrauben, bohren und hobeln.
Die gut 200 NMS-Schüler konnten am Donnerstag in Imst schrauben, bohren und hobeln.
- Paschinger

„Es geht uns in Zeiten des Facharbeitermangels auch darum, die Möglichkeiten aufzuzeigen“, argumentiert Daniela Voit von proHolz. Der Verein der Tiroler Forst- und Holzwirtschaft versucht, das Schülerinteresse an „Tirols wichtigstem nachhaltigen Rohstoff“ zu wecken.

„Über 30.000 Einkommensbezieher leben direkt oder indirekt von der Tiroler Wald- und Forstwirtschaft“, ergänzt der Geschäftsführer von proHolz, Rüdiger Lex. In Österreich wachse jede Sekunde ein Kubikmeter Holz nach, „in Tirol passiert das wegen der Extremlagen alle acht Sekunden“. Gut 80 Prozent davon werden auch wieder entnommen, weshalb der Wald in Österreich jährlich um 3000 Fußballfelder anwachse. Wie wichtig der Holzschwerpunkt an der HTL Imst ist, untermauert ein Blick auf die Baubranche: „Rund 30 Prozent des umbauten Volumens von genehmigten Hochbauten sind aus Holz“, betont Lex.

 Und sie erfuhren auch, wie man die wichtigsten heimischen Baumarten auseinanderhalten kann.
Und sie erfuhren auch, wie man die wichtigsten heimischen Baumarten auseinanderhalten kann.
- Paschinger