Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 07.04.2019


Tirol

Scharfe Absage der Tiroler Jäger an die EU-Wolfspolitik

Trophäenschau des Jagdbezirkes Innsbruck-Land am Samstag in Seefeld: Jagdpächter-Anwalt Franz Pegger (l.) und Landesjägermeister Anton Larcher "begutachten" die Ausstellungsstücke.

© WenzelTrophäenschau des Jagdbezirkes Innsbruck-Land am Samstag in Seefeld: Jagdpächter-Anwalt Franz Pegger (l.) und Landesjägermeister Anton Larcher "begutachten" die Ausstellungsstücke.



Tapetenwechsel nach der Nordischen WM in Seefeld: Hunderte Waidmänner sowie Funktionäre trafen gestern in der WM-Halle ein, um 2500 Trophäen aus dem Jagdbezirk Innsbruck-Land zu „begutachten". Für die festliche Umrahmung sorgten die Wipptaler Jagdhornbläser.

Beim Thema Wolfspolitik knöpfte sich Landesjägermeister Anton Larcher die EU ebenso vor wie NGOs: „Ich bin in Sorge. In Europa gibt es 30.000 Wölfe, die Population wächst rasch. Wir haben höchste Eisenbahn, Brüssel muss umschwenken." Die geschützten Beutegreifer seien ein akutes Problem, das die Bauern ausbaden müssten. Wenn keine rasche Entscheidung aus Brüssel komme, „droht ein Desaster", hob Larcher hervor. In der Schweiz beschere ein Wolf Kosten von 140.000 Franken, in Österreich 100.000 Euro. „NGOs bzw. internationale Tierschutzorganisationen werben um Wolfspatenschaften, womit enorme Geldmittel lukriert werden." Standesvertretungen der Jäger hingegen würden „über lächerlich geringe Budgets" verfügen. Jagdverbände müssten gestärkt werden, Öffentlichkeitsarbeit sei eine Daueraufgabe, bereits in Schulen.

Auch die Situation des Gamswildes, das in Tirol massiv unter Druck stehe, gebe ihm Anlass zu Sorge, sagte Larcher. „In Bayern steht die Gämse vor der Ausrottung. Das werden wir in Tirol nicht zulassen." Er empfehle bei der Gämse „einen Umgang mit Maß und Ziel".

Lobende Worte fand Bezirksjägermeister Thomas Messner für das jüngste Jagdjahr. In Summe wurden 8527 Stück Wild erlegt. „Die Abschussquote passt, beim Rotwild ist sie mit 93 Prozent hervorragend." Zu berücksichtigen sei, dass die Quote voriges Jahr um 18 Prozent erhöht wurde. Sein Dank gelte den Wildbiologinnen des Tiroler Jägerverbandes sowie den Hegemeistern, „die das ganze Jahr über unermüdlich im Einsatz sind", betonte Messner. (hwe)

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