Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.04.2019


Innsbruck-Land

Baugebrechen verzögert Schuleröffnung in Neustift

Die Neustifter Schulen besiedeln den Campus in Kampl mit einem halben Jahr Verspätung erst im Herbst. Schuld daran sind bauliche Mängel.

Das Internat der Ski-Mittelschule in Neustift (linkes Gebäude) ist bereits bezogen, die Schulen folgen erst im Herbst.

© Denise DaumDas Internat der Ski-Mittelschule in Neustift (linkes Gebäude) ist bereits bezogen, die Schulen folgen erst im Herbst.



Von Denise Daum

Neustift i. St. – Ursprünglich war die Rede davon, dass die Neustifter Volksschulen, die Mittelschule, Ski-Mittelschule und die Polytechnische Schule in den Weihnachtsferien in den neuen Campus übersiedeln. Der Termin wurde in der Folge mehrmals verschoben. Nun ist klar, dass es in diesem Schuljahr nichts mehr wird: Lehrer und Kinder müssen sich bis zum Herbst gedulden.

Grund für die Verzögerung sind Mängel bei der Bodenbeschichtung. Diese wurden von der örtlichen Bauaufsicht festgestellt, die gerufenen Gutachter haben „grobe Mängel“ bestätigt. „So ein Baugebrechen ist natürlich unangenehm, aber damit muss man bei einem Bau dieser Größe fast rechnen“, erklärt Neustifts Bürgermeister Peter Schönherr. „Wir haben mit der Übersiedelung unserer Schulen keinen Zeitdruck. Insofern ist das kein großes Problem. Das Wichtigste ist, dass wir eine mängelfreie Schule übernehmen“, betont Schönherr. Der Firma, die für diese Fehler verantwortlich ist, wurde gekündigt. Eine Zillertaler Firma ist bereits mit der Schadensbehebung beauftragt.

Das Internat der Ski-Mittelschule, das ebenfalls Teil des neuen Schulkomplexes ist, wurde bereits Mitte Jänner besiedelt. Laut Hannes Steindl von der Abteilung Sport beim Land Tirol gibt es dort im Erdgeschoß bei den Garderobenböden ebenfalls Probleme mit der Beschichtung sowie „übliche kleine Mängelbehebungen“. Trotzdem seien „Kinder, Eltern und Personal begeistert“ vom neuen Internat, betont Steindl.

Rund 33 Millionen Euro werden insgesamt in den Schulcampus und das Internat investiert. Das Land Tirol erhöhte erst Ende vergangenen Jahres die Fördermittel um 1,2 Millionen Euro für das Gesamtprojekt. Grund dafür sei nicht eine Kostenüberschreitung, sondern eine Indexanpassung der Fördersummen, wie es aus dem Land heißt.

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