Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.04.2019


Innsbruck

Hofgarten: Anrainer wollen gegen Busparkplatz kämpfen

Eine Bürgerinitiative tritt gegen die Pläne rund um die Gärtnerei auf. BM Willi sieht die Sache anders und eine mögliche „Win-win-Situation“.

Die Pläne rund um einen Busparkplatz auf Flächen der Bundesgärten im Innsbrucker Hofgarten kochen bei den Anrainern hoch.

© OegglDie Pläne rund um einen Busparkplatz auf Flächen der Bundesgärten im Innsbrucker Hofgarten kochen bei den Anrainern hoch.



Von Marco Witting

Innsbruck – Es war ein ungewöhnlicher Nachbarschaftstreff gestern kurz nach 10 Uhr vormittags im Innsbrucker Hofgarten. Etliche Anrainer, die Hofgartenfreunde und die Initiative Ruhiger Saggen hatten sich zusammengefunden, um gegen die Pläne zur Verlegung des Busparkplatzes auf Flächen der Hofgarten-Gärtnerei mobilzumachen. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) wurde dabei heftig kritisiert. Doch der Stadtchef selbst sieht die Lage anders und erhofft sich bei guten Verhandlungs­ergebnissen eine „Win-win-Situation“. Außerde­m: Einen Busparkplatz gebe es jetzt auch schon – und der neu geplante sei kleiner.

Der Busparkplatz ist bekanntlich Teil des MCI-Neubaus. Für Willi kommt die ursprünglich geplante Tiefgarage für die Busse aus zwei Gründen nicht in Frage, weil einerseits zu teuer (über 40 Millionen Euro) und andererseits eineinhalb Meter aus dem Boden ragend, was ein­e Entwicklung des Gebiets erschwere. Deshalb gibt es schon mehrere Verhandlungen mit den Bundesgärten in Wien, die die Fläche für den Busparkplatz bereitstellen sollen. Davon haben die Anrainer gehört. Sie gehen jetzt auf die Barrikaden.

Hubertus Schumacher, Anrainer und Rechtsanwalt, formuliert das so: „Den Anrainern drohen Lärm, Feinstaub, Abgase. Hier wird wieder Fläche versiegelt und zubetoniert. So ein Plan wäre ein Beispiel der politischen Ignoranz.“ Wenn man ohnehin eine Tiefgarage baue (die gibt es für die Pkw), dann sollte man auch die Busse in einer Garage unterbringen, „auch wenn das mehr kostet“. Besser noch, so sind sich die Anrainer sicher, wär­e es, die Busse am Stadtrand abzufangen und die Besucher dann mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu bringen. „Offensichtlich gibt es keine Prüfung der Alternativen durch die Stadt“, stellt Schumacher fest. Pete­r Oeggl, ebenfalls Anrainer, verlangt, „dass die Bürger gehört werden“. Sonst werde man sich Gehör verschaffen – mit einer überparteilichen Initiative. Herlinde Wurzer, Obfrau der Hofgartenfreunde, befürchtet, dass die Gärtnerei als Ganzes in Gefahr sei. Oegg­l sagt zudem: „Busse laufen am Parkplatz im Winter und im Sommer, um sie warm zu halten oder zu kühlen. Das ist eine Belastung für die Anrainer. Wir sind gegen eine mutwillige Zerstörung des Hofgartens.“

Davon könne keine Rede sein, sagt der Bürgermeister. „Einen Busparkplatz und die Abgase gibt es schon. Der neue Standort würde maximal 35 Busse fassen und wäre damit um 10 Parkplätze kleiner.“ Es würden laut Willi nicht mehr Flächen versiegelt, weil laut den aktuellen Plänen bei den derzeit leerstehenden Glashäusern im nördlichen Bereich auch wieder Flächen frei werden. Zudem würden die Bundesgärten aus der Verpachtung der zu bauenden Parkfläche Einnahmen lukrieren, die den Fortbestand der Gärtnerei sichern. Wo der neue Busparkplatz hinkommen soll? Das ist noch offen und „soll ein Wettbewerb klären“, wie Willi sagt. Aktuell scheint aber jener Bereich, der an den Fußballplatz grenzt, favorisiert zu werden.

Im Mai steht die nächste Verhandlungsrunde an. Willi möchte „möglichst bald“ ein­e Entscheidung, weil auch das Land mit den Plänen für den MCI-Bau davon abhängig sei. Die Anrainer kündigen an, weiter gegen die Lösung zu kämpfen.