Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.04.2019


Tirol

„Europaregionen, Migration und Integration“: Voneinander lernen

Will ein friedliches Miteinander gelingen, müssen jene Menschen, die von überall aus der Welt nach Europa einwandern, in die Gesellschaft integriert werden.

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Innsbruck – Es ist eine der großen Herausforderungen dieser Zeit. Will ein friedliches Miteinander gelingen, müssen jene Menschen, die von überall aus der Welt nach Europa einwandern, in die Gesellschaft integriert werden. In diesem Spannungsfeld arbeiten Dutzende Vereine und Institutionen. Das Interreg-Projekt „Europaregionen, Migration und Integration“ (Eumint), welches noch bis Sommer 2020 läuft, hat es sich zum Ziel gesetzt, solche Organisationen aus der Euregio und Kärnten zusammenzubringen.

„In einem ersten Schritt besuchen wir Erfolgsmodelle in allen vier Regionen“, erklärt Michael Graf, der für das Zentrum Migranten und Migrantinnen in Tirol (Zemit) die Planung des Eumint-Projekts übernommen hat. Gestern waren Delegationen aus Südtirol, dem Trentino und Kärnten in Innsbruck zu Gast. Rund 30 Vertreter von Institutionen, die sich mit Migration und Integration beschäftigen, haben sich drei Einrichtungen zeigen lassen: das Projekt Deutsch als FreundInsprache, das Café Namsa und Vera, ein Projekt für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Jede Region habe eigene Probleme zu bewältigen, sagt Eumint-Koordinator Graf. Besonders die Frage, wie die in den Ländern gängige Sprache den Zuwanderern am besten vermittelt werden kann, sei für ihn spannend. „In Tirol sind wir in manchen Dingen einfach weiter, da die Flüchtlingsbewegung bei uns früher eingesetzt hat.“ Aber nicht nur Vernetzung und Austausch sind Ziele des Projektes. Auf Südtiroler Seite betreut die Eurac in Bozen Eumint, auch wissenschaftliche Ergebnisse sollen folgen. Graf: „Im zweiten Teil richten wir Wertedialoge aus, lassen Einheimische mit Migranten diskutieren. Wir wollen herausfinden, wie Werte spielerisch vermittelt werden können.“

Tirols Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne), die das Treffen gestern eröffnete, betonte: „Je mehr der gesellschaftspolitische Druck wächst, desto mehr braucht es solche ausgereifte Projekte, die sich des Themas annehmen.“ (bfk)