Letztes Update am Fr, 12.04.2019 08:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Raumfahrt

Israelische Mondlandung gescheitert: Raumsonde auf Mond zerschellt

Israel hatte gehofft, als vierte Nation nach Russland, USA und China auf dem Mond zu landen. Nun fiel aber der wichtigste Motor der Raumsonde beim Landemanöver aus.

Diese Bilder entstanden kurz bevor die Kommunikation mit der Sonde verloren ging.

© APA/AFPDiese Bilder entstanden kurz bevor die Kommunikation mit der Sonde verloren ging.



Jerusalem – Israel ist mit dem Versuch einer Mondlandung gescheitert: Die Raumsonde „Beresheet“ (Genesis) habe kurz vor der Landung Antriebsprobleme gehabt und sei offenbar auf der Mondoberfläche zerschellt, sagte der Projektkoordinator Morris Kahn am Donnerstag in einer Live-Videoübertragung aus dem Kontrollzentrum bei Tel Aviv. Israel wollte als viertes Land nach den USA, Russland und China eine Mondlandung schaffen.

Während der Live-Übertragung aus dem Kontrollzentrum war zu hören, wie Mitarbeiter darüber sprachen, dass Triebwerke, die die Raumsonde abbremsen und eine sanfte Landung ermöglichen sollten, nicht funktionierten. Es gebe keinen Kontakt mehr zu der 585 Kilogramm schweren Sonde. „Wir sind auf dem Mond, aber nicht so, wie wir wollten“, sagte ein Mitarbeiter.

„Wir haben es nicht geschafft, aber wir haben es auf jeden Fall versucht“, sagte Khan. Er hatte 40 Millionen Dollar (35 Millionen Euro) zu dem 100 Millionen Dollar-Projekt beigesteuert. Wäre die Mondlandung geglückt, wäre die „Beresheet“ zudem das erste private Weltraumgefährt überhaupt gewesen, das auf dem Erdtrabanten gelandet wäre.

Am 22. Februar gestartet

„Wenn Du es beim ersten Mal nicht schaffst, versuchst Du es nochmal“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der sich zusammen mit dem US-Botschafter in Israel, David Friedman, im Kontrollraum aufhielt, um die Landung mitzuverfolgen.

Die „Beresheet“ war am 22. Februar vom US-Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral gestartet und legte seitdem rund 6,5 Millionen Kilometer zurück. Ins All gebracht wurde sie von einer Falcon-9-Rakete des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk. Gebaut wurde „Beresheet“ von dem Privatunternehmen SpaceIL in Zusammenarbeit mit Israeli Aerospace Industries (IAI), einem der größten Rüstungsunternehmen Israels.

An Bord von „Beresheet“ ist auch eine Zeitkapsel, die eine Reihe digitaler Dateien enthält. Dazu gehören unter anderem von Kindern gemalte Bilder, die Erinnerungen eines Holocaust-Überlebenden und eine israelische Flagge. Anfang März schickte die Sonde ein erstes Foto von sich im All zur Erde. (APA/AFP)