Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.04.2019


Bezirk Schwaz

Rassismus-Vorwurf beim Snowbombing: Security wehrt sich

Rapper Stormzy sagte Auftritt beim Snowbombing ab. Sein Manager sei ungerechtfertig durchsucht worden. Securitychef Didi Wechselberger widerspricht dem vehement.

Der abgesagte Auftritt enttäuschte viele Snowbomber. Es folgte ein Ersatzprogramm. (Symbolfoto)

© FankhauserDer abgesagte Auftritt enttäuschte viele Snowbomber. Es folgte ein Ersatzprogramm. (Symbolfoto)



Von Eva-Maria Fankhauser

Mayrhofen – Das war für die Snowbomber in Mayrhofen wie ein Schlag ins Gesicht. Einer der britischen Musikstars sagte kurzfristig seinen Auftritt beim Festival ab. Eigentlich hätte der Rapper Stormzy am Donnerstag die Bühne rocken sollen. Aber er sagte ab. Er warf dem Security-Team vor Ort Rassismus vor.

Am Mittwochabend war es zu einer Durchsuchung von Stormzys Manager gekommen. Dieser wurde vom Sicherheitspersonal zum Ausgang geleitet und dort nach Waffen durchsucht. Auf Instagram schreibt Stormzy an seine Fans, dass sein Manager und Freunde von den Sicherheitskräften schlecht behandelt worden seien, und das hätte an ihrer Hautfarbe gelegen. Das wolle sich der Rapper nicht gefallen lassen, daher sagte er ab.

Securitychef Didi Wechselberger widerspricht dem vehement. „Welche Hautfarbe jemand hat, ist uns völlig egal. Wir haben im Team selbst Leute mit unterschiedlichen Hautfarben. Wir distanzieren uns komplett von solchen Vorwürfen“, sagt Wechselberger auf TT-Anfrage. Laut ihm habe eine Mitarbeiterin des Sicherheitsteams einen Verdachtsmoment in der Zentrale gemeldet. Sie glaubte ein Messer beim Manager entdeckt zu haben. Daraufhin sei ein Einsatzteam eingetroffen und habe den Manager auf höfliche Art gebeten, zum Ausgang mitzukommen. „Niemand hat ihn angerührt oder ihn aufgrund seiner Hautfarbe durchsucht“, sagt Wechselberger und erzählt weiter: „Aber der Manager ist völlig ausgeflippt und hat den britischen Security-Chef wüst beschimpft.“ Dieser sei aber ruhig geblieben. Nach einigen Minuten habe sich der Manager durchsuchen lassen. Waffe wurde keine gefunden.

„Wir wussten nicht, wer er ist, und das ist uns auch nicht wichtig. Es geht um die Sicherheit. Und wir würden wieder so vorgehen, wenn ein Verdacht aufkäme“, sagt Wechselberger. Man habe gehandelt, wie man es immer machen würde. Solche Einsätze kämen beim Snowbombing etwa drei- bis 15-mal pro Abend vor.

Seitens der Veranstalter entschuldigt man sich bei den Fans für den abgesagten Auftritt. Man tue alles Mögliche, um die Situation zu klären, und man gehe mit der nötigen Seriosität an das Thema heran. Man wolle solche Vorkommnisse künftig vermeiden.