Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Osttirol

Firmung ist heuer in Osttirol nicht überall

Im Dekanat Lienz werden junge Menschen nur in den Pfarren Lienz-St. Andrä und Schlaiten gefirmt. Grund für die Pause ist das Hinaufsetzen des Firmalters auf 13 Jahre.

In der katholischen Kirche markiert die Firmung den Übertritt in ein Leben als erwachsener, verantwortungsvoller Christ.

© iStockphotoIn der katholischen Kirche markiert die Firmung den Übertritt in ein Leben als erwachsener, verantwortungsvoller Christ.



Von Catharina Oblasser

Lienz, Matrei, Sillian – Das Fest der Firmung ist in der katholischen Kirche ein bedeutender Einschnitt, damit wird der junge Mensch erwachsen im Sinne der Glaubensgemeinschaft. Üblich ist es, die Schulkinder in der sechsten Schulstufe zu firmen, also in der zweiten Klasse der Neuen Mittelschule (NMS) oder des Gymnasiums bzw. mit etwa zwölf Jahren.

In den über 20 Pfarren und Seelsorgestellen des Dekanats Lienz wird es heuer mit zwei Ausnahmen aber keine Firmfeiern geben. „Wir haben beschlossen, das Firmalter von zwölf auf 13 Jahre zu erhöhen“, erklärt der Lienzer Dekan Franz Troyer. „Das Fest stellt im Leben der jungen Menschen den Beginn von etwas Neuem dar, sie können ab da selbstständig auftreten. Mit 13 Jahren sind die Jugendlichen reifer, sie setzen sich engagierter und auch kritischer mit wichtigen Themen auseinander“, begründet der Dekan. „Mit zwölf sind sie fast noch zu brav.“

Lienz-St. Andrä mit Grafendorf hat die Firmpause schon letztes Jahr eingelegt, deshalb wird heuer zu Pfingsten das Sakrament wieder gespendet. Bischof Hermann Glettler wird am Pfingstmontag, den 10. Juni, dafür nach Lienz kommen. Und auch Schlaiten, das nur alle zwei Jahre Firmungen feiert, ist heuer turnusmäßig an der Reihe.

Nichts ändert sich hingegen in den anderen beiden Osttiroler Dekanaten, Matrei und Sillian. „Seit Langem schon werden bei uns die Schülerinnen und Schüler in der dritten Klasse der NMS bzw. des Gymnasiums gefirmt“, sagt der Sillianer Dekan Anno Schulte-Herbrüggen. Die dritte Klasse entspricht der siebenten Schulstufe und meist einem Alter von 13 Jahren. „Eine Änderung des Firm- alters wird nicht diskutiert, es ist als Thema nicht wichtig“, erklärt der Dekan.

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Auch in Matrei hält man es so. Gefirmt werden die jungen Leute in der siebenten Schulstufe, sagt der Matreier Dekan Reinhold Pitterle. „Wir wollen das Alter auch nicht hinaufsetzen.“ Die dritte Klasse NMS sei ideal, sagt er, denn in der vierten (und letzten) NMS-Klasse seien die Jugendlichen mit ihrer beruflichen Zukunft oder dem Übertritt in eine höhere Schule ausgelastet.

Südtirol: Das Mindestalter ist 16 Jahre

Bozen — Die Diözese Bozen-Brixen hat 2018 ein neues Konzept für die Firmung vorgestellt. Die „neue" Firmung wird frühestens im Herbst 2022 gefeiert, informiert Bischof Ivo Muser auf der Homepage der Südtiroler Diözese. Die wesentlichen Änderungen sind, dass Firmlinge mindestens 16 Jahre alt sein müssen und vor dem Empfang des Sakraments eine einjährige Vorbereitungszeit durchlaufen. Die Jugendlichen sind mit 16 Jahren reifer und können Glauben konkret und bewusst erfahren, so die Begründung. Heuer finden Firmungen noch wie gewohnt statt, 2020 und 2021 wird es jedoch keine geben. (co)