Letztes Update am Di, 23.04.2019 12:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Impfstoffe

Malawi beginnt mit weltweit erster Malaria-Immunisierung

Der über drei Jahrzehnte entwickelte Impfstoff RTS,S habe „das Potenzial, das Leben von Zehntausenden Kindern zu retten“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Rund 360.000 Kleinkinder in Malawi, Ghana und Kenia sollen bis 2022 gegen Malaria geimpft werden.

Rund 40 Prozent der Erkrankungen und 30 Prozent der schweren Malaria-Fälle konnte der Impfstoff in der klinischen Studie verhindern. (Archivbild)

© AFP/FerrettiRund 40 Prozent der Erkrankungen und 30 Prozent der schweren Malaria-Fälle konnte der Impfstoff in der klinischen Studie verhindern. (Archivbild)



Lilongwe – In Malawi hat nach jahrelangen Vorbereitungen die weltweit erste Impfkampagne gegen Malaria begonnen. Der Impfstoff habe „das Potenzial, das Leben von Zehntausenden Kindern zu retten“, erklärte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Dienstag.

Die Impfkampagne in dem Land im Südosten Afrikas ist Teil eines Pilotversuchs bei dem in Malawi, Ghana und Kenia bis 2022 insgesamt jedes Jahr rund 360.000 Kleinkinder gegen die gefährliche Krankheit geimpft werden sollen. In Ghana und Kenia soll die Impfkampagne in Kürze begonnen werden.

An Malaria sterben in Afrika jedes Jahr rund 250 000 Kinder. Der über drei Jahrzehnte entwickelte Impfstoff „RTS,S“ wirkt gegen den in Afrika verbreiteten und gefährlichsten Malaria-Erreger Plasmodium falciparum. Die Impfung bietet allerdings nur unvollständigen Schutz. In der größten klinischen Studie mit rund 15.000 Kindern hat der Impfstoff rund 40 Prozent der Erkrankungen und etwa 30 Prozent der schweren Malaria-Fälle verhindert.

Experten setzen daher darauf, dass eine Kombination verschiedener Mittel dabei helfen kann, Malaria einzudämmen. Auch mit Insektizid behandelte Moskitonetze böten nur teilweise Schutz, sagte der Direktor des Malaria-Programms der WHO, Pedro Alonso. „Der Kampf gegen Malaria ist einer, in dem wir unvollkommene Werkzeuge nutzen. Die beste Wirkung können wir nur haben, wenn wir sie kombinieren.“ (APA/dpa)