Letztes Update am Di, 23.04.2019 21:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO

Amal Clooney fordert Strafgericht zu sexueller Gewalt in Konflikten

Die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verübten Verbrechen gegen Frauen und Mädchen seien „mit nichts vergleichbar, was wir in der Neuzeit erlebt haben“, sagte die Menschenrechtsanwältin.

Amal Clooney mit den zwei Friedensnobelpreisträgern von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad.

© APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew AngereAmal Clooney mit den zwei Friedensnobelpreisträgern von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad.



New York – Menschenrechtsanwältin Amal Clooney (41) hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, sexuellen Missbrauch in Konflikten mit Hilfe eines internationalen Strafgerichts aufzuarbeiten. „Dies ist Ihr Nürnberg-Moment“, sagte Clooney im UNO-Sicherheitsrat am Dienstag. Sie spielte dabei auf die Nürnberger Prozesse gegen führende Nationalsozialisten nach Ende des Zweiten Weltkriegs an.

Wir kommen zu den UN, geben Erklärungen ab, aber es werden keine konkreten Maßnahmen unternommen
Nadia Murad

Die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verübten Verbrechen gegen Frauen und Mädchen seien „mit nichts vergleichbar, was wir in der Neuzeit erlebt haben“, sagte Clooney.

Auch Generalsekretär António Guterres sowie die zwei Friedensnobelpreisträger von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad, nahmen an der Debatte in New York teil. „Wir kommen zu den UN, geben Erklärungen ab, aber es werden keine konkreten Maßnahmen unternommen“, beklagte Murad.

Clooney rief die Länder dazu auf, das neue Strafgericht auf Grundlage eines internationalen Abkommens etwa in Den Haag zu gründen. Ein Verweis an den dort sitzenden Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) sei unwahrscheinlich, weil die USA und Russland dieses „für tot“ und als gescheitertes „Experiment“ betrachteten. Der Rat habe aber auch die Möglichkeit, wie zur Aufarbeitung der Genozide in Ruanda und Bosnien ein eigenes UNO-Tribunal einzurichten. (APA/dpa)