Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.05.2019


Bezirk Landeck

Maximilians Spuren rund um Finstermünz leben auf

Maximilianjahr in Nauders: Vorbereitungen zur akustischen Installation mit Triumphzug und Trauermarsch am 29. Juni laufen auf Hochtouren.

Am Maximilian-Schauplatz Altfinstermünz: Hermann Klapeer präsentiert eines der Schilder, mit denen sich die Musikgruppen beim Triumphzug und Trauermarsch vorstellen. Der Entwurf stammt von Alwin Chemelli.

© WenzelAm Maximilian-Schauplatz Altfinstermünz: Hermann Klapeer präsentiert eines der Schilder, mit denen sich die Musikgruppen beim Triumphzug und Trauermarsch vorstellen. Der Entwurf stammt von Alwin Chemelli.



Von Helmut Wenzel

Nauders – „Niemand, gleich welcher gesellschaftlicher Stellung, darf jemand anderen bekriegen oder sonstiges Leid zufügen. Alle bestehenden Fehden werden aufgehoben.“ Das hat Maximilan I. im „Ewigen Landfrieden“ (Übersetzung Prof. Florian Schaffenrath) vom 7. August 1495 verkündet.

Doch der Friede hielt nicht lange. Im März 1499 brach der Schwaben- bzw. Engadinerkrieg aus. Am 29. März soll Ulrich von Habsperg „das ganze Unterengadin geschleift sowie 460 Bauern gefangen und 200 erschlagen“ haben. Trauriger Höhepunkt war die Schlacht an der Calven (unweit von Glurns) am 22. Mai 1499, die Tausende Tote forderte. Während Maximilian im Engadin zunächst also Triumphzüge feiern konnte, musste er in der Calvenschlacht eine empfindliche Niederlage einstecken. In einer Chronik heißt es: „Die Bündner gaben keinen Pardon. Bis Schlanders, das Etschtal hinunter, zog sich ihre blutige, plündernde Spur. Aus Wut über die Niederlage ermordeten die Tiroler 30 Engadiner Geiseln in Meran.“

Die Wehranlage Altfinstermünz, lange Zeit im „Niemandsland“ zwischen Österreich und der Schweiz gelegen, ist Schauplatz einer einzigartigen „akustischen Installation“ – am Samstag, 29. Juni, anlässlich des Maximilianjahres. Der Verein Altfinstermünz mit Präsident Hermann Klapeer ist seit 2017 mit den Vorbereitungen des Musiktheaters mit dem Titel „Cunfin Maximal, eine Grenzüberschreitung“ befasst.

Die Proben zur „akustischen Installation“ haben bereits begonnen.
Die Proben zur „akustischen Installation“ haben bereits begonnen.
- Geiger

Auf Schweizer Seite am Weg zu Altfinstermünz wird ein musikalischer Triumphzug mit Blechbläsern inszeniert. Auf der österreichischen Seite hingegen bewegt sich die Trauermarsch-Formation mit Totentanz in Richtung Hochfinstermünz. Rund um die Burg ertönen Fanfaren, Schlagzeuger treffen ein, zwischendurch wird der „Ewige Landfriede“ verkündet.

Der technische Aufwand ist groß, Lautsprecher werden installiert, die Sprecher verwenden Megaphone. Ein dramaturgischer Höhepunkt ist mit der Stauung des Inn und anschließendem Schwall geplant. „Die Kraftwerksbetreiber in Pradella haben bereits zugesagt“, schilderte Klapeer. „Erfreulich ist, dass Akteure, Musikanten und Vereine aus beiden Regionen mitwirken. Auch die rumantsche Sprache der Nachbarn wird zu hören sein.“ Womit das Trennende thematisiert und überwunden werden soll. Den rund 200 Mitwirkenden könne er für den bisherigen Einsatz bei den Proben nur danken, sagte Klapeer. Auch die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Daniel Ott sowie mit Regisseur Enrico Stolzenburg sei angenehm.

Für die Besucher gibt es Shuttledienste in Pfunds und Nauders. Internet: https://siebenleben.maximilian2019.tirol/altfinstermuenz.htm