Letztes Update am Do, 09.05.2019 18:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Sigrid Maurer zur „Kommunikatorin des Jahres“ gekürt

Die frühere Grüne Abgeordnete wurde für ihr Engangement als „Aktivistin gegen Hass im Netz“ ausgezeichnet. Maurer nahm den Preis entgegen und kündigte an, weiter zu kämpfen.

Im Bild v.l.n.r.: Caroline Kerschbaumer (ZARA), Sigi Maurer, Sandra Konstatzky (Gleichbehandlungsanwaltschaft), Julia Wippersberg (PRVA-Präsidentin).

© APA Fotoservice/Martin HörmandinIm Bild v.l.n.r.: Caroline Kerschbaumer (ZARA), Sigi Maurer, Sandra Konstatzky (Gleichbehandlungsanwaltschaft), Julia Wippersberg (PRVA-Präsidentin).



Wien – Die frühere Grüne Abgeordnete Sigrid Maurer ist „Kommunikatorin des Jahres 2018“. Dieser Titel wurde ihr am Donnerstag im Rahmen des Österreichischen Kommunikationstages des Public Relations Verbands Austria (PRVA) verliehen. Gewürdigt wird ihr Engagement als „Aktivistin gegen Hass im Netz“, hieß es in einer Aussendung.

Die Auszeichnung „KommunikatorIn des Jahres“ geht alljährlich an eine Persönlichkeit, die „komplexe, gesellschaftsrelevante Themen kommuniziert, ohne PR-Profi zu sein“. Die Entscheidung fällt durch ein Publikums-Voting auf Basis eines Dreier-Vorschlags der PRVA-Jury. Neben Maurer waren heuer der Präsident der Österreichischen Krebshilfe und Mitinitiator der „Don‘t smoke“-Initiative, Paul Sevelda, und Nicola Werdenigg als „Vorkämpferin gegen Machtmissbrauch im Sport“ nominiert.

Sandra Konstatzky, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft, hob in ihrer Laudatio hervor, dass Maurer ihre individuelle Betroffenheit auf die strukturelle Ebene gehoben und damit das gesamtgesellschaftliche Problem aufgezeigt habe. „Das bedeutet eine Stärkung der Frauen, sich nicht aus der Öffentlichkeit verdrängen zu lassen, sondern gemeinsam gegen Diskriminierung und Belästigung vorzugehen.“

„Arbeit fängt erst richtig an“

Maurer selbst nahm den Preis auch im Namen der Anti-Rassismus-Initiative ZARA entgegen. „Nach knapp einem Jahr Kommunikation zu Hass im Netz fängt die Arbeit erst richtig an“, erklärte sie. „Das Ziel muss sein, Betroffenen eine unbürokratische, kostenlose Möglichkeit zu geben, rechtlich gegen die Hassposter vorzugehen. Dafür werde ich weiter kämpfen.“

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Der „Fall Maurer“ hatte im Vorjahr beträchtliches Aufsehen erregt und beschäftigt nicht nur juristische Experten bis heute. Maurer hatte vom Facebook-Account eines Bier-Geschäfts obszöne Nachrichten erhalten und dies auf Twitter veröffentlicht. Der Geschäftsinhaber bestritt aber, die Nachrichten verfasst zu haben, klagte Maurer und bekam in erster Instanz recht. Dieses Urteil wurde im März 2019 aufgehoben. (APA)