Letztes Update am Sa, 11.05.2019 08:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Protestmärsche

Mexiko: Frauen prangern ungeklärtes Schicksal vermisster Kinder an

In 16 Städten gingen am Freitag Mütter, Angehörige und Aktivisten auf die Straße, um auf das Versagen der Regierung bei der Aufklärung aufmerksam zu machen. In Mexiko gelten 40.000 Menschen als vermisst.

"Wo sind sie?": Viele Mütter in Mexiko fragen sich seit Jahren oder Jahrzehnten, was mit ihren Kindern passiert ist.

© AFP"Wo sind sie?": Viele Mütter in Mexiko fragen sich seit Jahren oder Jahrzehnten, was mit ihren Kindern passiert ist.



Mexiko-Stadt – Mit Protestmärschen am mexikanischen Muttertag haben zahlreiche Frauen an das ungeklärte Schicksal ihrer verschwundenen Kinder erinnert. In 16 Städten gingen am Freitag Mütter, Angehörige und Aktivisten auf die Straße, um auf das Versagen der Regierung bei der Aufklärung aufmerksam zu machen. Allein in der Hauptstadt Mexiko-Stadt beteiligten sich rund 2000 Menschen.

In Mexiko, wo Drogenkartelle seit Jahren für Gewalt sorgen, gelten mehr als 40.000 Menschen als vermisst. „Ich weine seit acht Jahren. Ich will einfach nur wissen, was mit ihm passiert ist“, sagte die 64-jährige Maria Guadalupe Aguilar in Mexiko-Stadt, deren Sohn 2011 auf dem Weg zu einem Geschäftstermin in der Stadt Guadalajara verschwunden war.

Muttertag von Gewalt überschattet

Präsident Andrés Manuel López Obrador erklärte am Muttertag, er denke insbesondere an „die Mütter, die ihre vermissten Kinder suchen“. Kritiker werfen dem seit Dezember amtierenden Staatschef vor, nicht genug gegen die Gewalt im Land zu tun. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres wurden in Mexiko mehr als 8.900 Morde registriert, so viele wie noch nie zu Jahresbeginn.

Auch der Muttertag wurde von Gewalt überschattet: In der zentralmexikanischen Stadt Puente de Ixtla griffen Bewaffnete einen Bus mit Gefängniswärtern an, die für Muttertagsbesuche in die Stadt gefahren waren. Fünf Menschen wurden getötet, drei weitere verletzt. (APA/AFP)

Der Schmerz der Frauen ist unerträglich. Jeden Tag aufs Neue fragen sie sich, ob sie ihre Kinder jemals wieder sehen werden.
Der Schmerz der Frauen ist unerträglich. Jeden Tag aufs Neue fragen sie sich, ob sie ihre Kinder jemals wieder sehen werden.
- AFP