Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.05.2019


Exklusiv

Erneut Streit um Flutlicht bei Fußballplatz in Natters

Ein Anrainer klagte wegen „Blendung“ durch den Natterer Fußballplatz. Nun gibt es auch einen Disput um die Parteistellung bei der Bauverhandlung am Donnerstag.

Im Winter herrschte Frieden am Natterer Fußballplatz. Nach einer Anrainerklage wegen Blendung kommt es heute vor Ort zur Verhandlung.

© Reinhard FellnerIm Winter herrschte Frieden am Natterer Fußballplatz. Nach einer Anrainerklage wegen Blendung kommt es heute vor Ort zur Verhandlung.



Von Reinhard Fellner

Natters – Flutlichtanlagen von Sportstätten erregen nicht selten Ärger bei den Anrainern. Nach einem Rechtsstreit um den Reichen­auer Fußballplatz trippelte letzten Jänner ein Anrainer des Natterer Rasens ans Landesgericht. Grund seiner Unterlassungsklage gegen die Gemeinde und den FC Natters: Die Flutlichtanlage werde auch nach 21 Uhr willkürlich betrieben und dadurch das angrenzende Haus des Klägers abends ortsunüblich taghell beleuchtet. Gemeinde und Verein schüttelten erst noch den Kopf.

Fußballer-Obmann Alexander Cede konterte, dass die Flutlichtanlage bereits seit 15 Jahren bestehe und somit als ortsüblich anzusehen sei. Dazu diene das Feld ja dem Gemeinwohl. Ein von Anrainer-Anwalt Hanns Forcher-Mayr beantragtes Gerichtsgutachten stellte jedoch fest, dass durch die Positionierung der Scheinwerfer gegenüber dem Anrainer die Grenzwerte der psychologischen Blendung teils überschritten seien.

Zur Überarbeitung der Flutlichtanlage soll darauf heute Nachmittag vor Ort eine Bauverhandlung der Gemeinde durchgeführt werden. Als der betroffene Anrainer jedoch in den Bauakt Einsicht nehmen wollte, wurde dies seitens der Gemeinde mit dem Hinweis mangelnder Parteistellung am Verfahren abgelehnt.

Anwalt Forcher-Mayr dazu gegenüber der TT: „Man kann dem Gemeindebürger doch nicht die Parteistellung verweigern, weil er in genau dieser Angelegenheit die Gemeinde und den Fußballverein geklagt hat. Einem Anrainer ist in einer Bauverhandlung Parteistellung einzuräumen, wenn er gravierend in seiner individuellen Rechtsposition betroffen ist!“

Ein Antrag, dem wehrhaften Bürger doch noch Parteistellung einzuräumen, erging an die Gemeinde.

Dorfchef Karl-Heinz Prinz betonte gestern gegenüber der TT jedoch, dass man sich auch in diesem Fall natürlich streng an die Tiroler Bauordnung halte. Und diese sehe für den klagenden Anrainer keine Parteistellung vor. „Als Gemeinde bemühen wir uns, einen Ausgleich zwischen Bürger und Verein zu schaffen, um die Angelegenheit zu befrieden“, so der Natterer Bürgermeister. Lampen der vom Gerichtssachverständigen empfohlenen Firma würden laut Prinz angeschafft und darüber nun heute verhandelt. Ob damit zu Beginn der Rasensaison Frieden einkehrt, bleibt noch offen.