Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 21.05.2019


Schwaz

Geschützer Steinbrücke in Schwaz droht der Abbruch

Die denkmalgeschützte Innbrücke in Schwaz macht bei Hochwasser Probleme, die eine Sanierung nicht löst.

Die Brückenpfeiler der Schwazer Steinbrücke begünstigen Verklausungen bei Hochwasser. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.

© max schererDie Brückenpfeiler der Schwazer Steinbrücke begünstigen Verklausungen bei Hochwasser. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.



Von Angela Dähling

Schwaz – Sie ist 91 Jahre alt und dafür noch sehr standfest. Die Steinbrücke am Schwazer Inn. Das von Baumeister Clemens Holzmeister errichtete Bauwerk wurde vor Jahren vom Land in den Besitz der Stadtgemeinde übertragen und steht unter Denkmalschutz. Dennoch könnte es sein, dass die Brücke abgerissen werden muss. Das verlautbarte jedenfalls der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner kürzlich bei der öffentlichen Gemeindeversammlung in Schwaz. „Sie ist intakt und es geht keine Gefahr für den Verkehr von ihr aus“, betonte der Stadtchef. Aber eine Gefahr stellt sie dennoch dar. Und zwar bei Hochwasser. Durch ihre Pfeiler begünstigt sie nämlich Verklausungen. Sie gilt als das größte Fließhindernis zwischen Innsbruck und Kufstein. Und Experten gehen davon aus, dass aufgrund abnehmender Versickerungsflächen durch Bebauungen die Wassermenge im Inn zunimmt.

„Die Brücke wird alle drei Jahre von einem Statiker untersucht. Nachdem seit über zehn Jahren kein Handlungsbedarf bestand, wäre es nun an der Zeit für Erhaltungsmaßnahmen“, erklärt der Schwazer Stadtbaumeister Gernot Kirchmair auf Anfrage der TT. Erhaltungsmaßnahmen würden zwar einiges kosten, aber nicht das Problem mit der Verklausungsgefahr lösen.

Die Stadtgemeinde hat gemeinsam mit dem Wasserbauamt in Innsbruck und dem Denkmalamt ein Statikerbüro beauftragt, die Steinbrücke genauer unter die Lupe zu nehmen, informiert Kirchmair. Dabei gehe es auch darum zu klären, was eine Generalsanierung kosten würde und was ein Neubau.

„Die Befundung liegt vor, aber es gibt noch Diskussionsbedarf“, sagt der Stadtbaumeister. Über die Investitionskosten könne man noch nichts sagen. Eine Sanierung dürfte günstiger sein, aber wie löst man dann das Verklausungsproblem? In den nächsten Monaten sollen die Besprechungen mit Denkmalamt und Wasserbauamt starten und dann eine Entscheidung fallen.