Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 22.05.2019


Bezirk Kufstein

Wanderausstellung vom „Reichtum der Vielfalt“ startet in Wörgl

Die 20-jährige Réka Kápas aus Ungarn hat für ihr Ausstellungsprojekt berührende Fluchtgeschichten zusammengetragen.

All diese Frauen unterstützten Freiwilligenarbeiterin Réka Kápas (3. v. r.) bei ihrem Ausstellungsprojekt. <span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Spielbichler</span>

© All diese Frauen unterstützten Freiwilligenarbeiterin Réka Kápas (3. v. r.) bei ihrem Ausstellungsprojekt. Foto: Spielbichler



Wörgl – Es sind Geschichten, die tief berühren und unter die Haut gehen, die die 20-jährige Réka Kápas aus Ungarn für ihr Ausstellungsprojekt zusammengetragen hat. Kápas ist seit Juli 2018 als Freiwillige im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms beim Wörgler Verein Komm!unity tätig. „Ich hatte noch nie mit Flüchtlingen zu tun und lernte beim Frauencafé so viele menschliche Schicksale kennen. Diese Frauen haben so viele Schmerzen und Verluste erleiden müssen – ich konnte mir gar nicht vorstellen, das zu überleben, und hatte das Bedürfnis zu helfen“, schildert Kápas.

Gespräche, die ihr Weltbild veränderten. Sie hatte aus ungarischen Medien nur Abwertendes und viele Unwahrheiten über Flüchtlinge erfahren. Das änderte sich durch den direkten Kontakt mit den Betroffenen grundlegend, wie sie sagt.

Beim Ausstellungsprojekt wurde sie vom Komm!unity-Team sowie von den beiden Schülerinnen der HTL Bau & Design Innsbruck Pia Ritzer und Anne Sausgruber unterstützt – von ihnen stammen die Porträtfotos.

Die Interviews zeugen von Offenheit und vom Mut der Frauen, die sich dabei in die Seele blicken lassen und mit ihren Statements daran erinnern, was wirklich im Leben zählt. Viele von ihnen waren bei der Ausstellungseröffnung anwesend. „Hinter den Interviews stehen so viele Gefühle. Es ist schwierig, so weit weg von der Heimat zu leben“, erklärte Miriam aus Syrien und stellte fest: „Terror hat keine Religion und Krieg kennt keine Menschlichkeit.“

„Dem Thema Flucht ein Gesicht geben schafft Bewusstsein. Es freut mich besonders, dass es hier auch um Lebensfreude geht“, begrüßte LA Georg Kaltschmid (Grüne) das Projekt. Die Wanderausstellung wird an verschiedenen Schulen zu sehen sein, erste Station ist die HAK Wörgl. Mehr Infos für Schulen beim Verein Komm!unity. (vsg)




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