Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 20.06.2019


Innsbruck

„Rettet die Koatlackn“: Bürgerinitiative will St. Nikolaus bewahren

Bewohner der Innsbrucker Koatlackn fordern mehr Denkmalschutz und strengere Bebauungspläne für den charakteristischen Stadtteil.

Wolfgang Burtscher, Michael Guggenberger, Klaus Mathoy und Klaus Spielmann (v. l.) setzen sich für den Erhalt des charakteristischen Stadtteils St. Nikolaus („Koatlackn“) ein.

© DaumWolfgang Burtscher, Michael Guggenberger, Klaus Mathoy und Klaus Spielmann (v. l.) setzen sich für den Erhalt des charakteristischen Stadtteils St. Nikolaus („Koatlackn“) ein.



Von Denise Daum

Innsbruck – Bausperre. Die verschafft Luft. Denn für den Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus ist es fünf vor zwölf, sagen die Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet die Koatlackn“. Sie sind schon seit Längerem aktiv, um den „Ausverkauf und Abriss von St. Nikolaus“ zu verhindern. „Immer mehr alte Häuser verschwinden und werden durch Wohnanlagen mit maximaler Dichte ersetzt. Bald gibt es keine Grünflächen mehr, die Lebensqualität schwindet“, erklärt Wolfgang Burtscher. Man sträube sich nicht grundsätzlich gegen Neuerung, gegen eine zeitgemäße Adaptierung von Bausubstanz spreche nichts, betont Burtscher. Aber gegen den steigenden Investorendruck und die „Profitgier“ müsse etwas unternommen werden.

Die Stadt Innsbruck hat Ende Jänner eine einjährige Bausperre im Bereich St. Nikolaus zwischen Höttinger Gasse, Weiherburggasse und Innallee beschlossen. Das war auch ein Verdienst der Anrainer. Die geschaffene Verschnaufpause hat die Initiative genützt, um unter anderem einen „Koatlackn-Kataster“ zu erstellen, in dem besonders schützenswerte Gebäude und Vorstellungen über eine „smarte“ Bebauung des Stadtteils verzeichnet sind. Zudem sollen mehr Häuser unter Denkmalschutz gestellt werden. „Derzeit sind es nur drei, eines davon ist das Widum“, erklärt Michael Guggenberger, Mitverfasser der Katasters.

Eine weitere Forderung sind „beispielsweise strengere Bebauungspläne, um das Ortsbild zu schützen“, ergänzt Klaus Mathoy, Hauseigentümer in St. Nikolaus. Die Baudichte müsse jedenfalls beschränkt werden.

Unterstützung bekommt die Initiative von den Grünen. „Wir werden alle Möglichkeiten und die uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Ins­trumente nutzen, um den Erhalt der traditionellen Charakteristik des ältesten Stadtteils Innsbrucks zu unterstützen“, erklärt Gemeinderätin Janine Bex.

St. Nikolaus hat einen hohen Wiedererkennungswert.
St. Nikolaus hat einen hohen Wiedererkennungswert.
- Daum