Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.07.2019


Bezirk Landeck

„Viele werden sich die Volksschule Angedair anschauen“

Die Volksschule Angedair zieht Blicke auf sich.

© ReichleDie Volksschule Angedair zieht Blicke auf sich.



„Es war ein schwieriger Prozess, durchaus holprig, und es war nicht klar, wie gut das werden würde", zog Erwin Stättner, Architekt und geschäftsführender Gesellschafter des Architekturbüros „Franz&Sue", vergangene Woche Bilanz über den Um- und Zubau der Volksschule Angedair. „Für uns ist es inzwischen ein Vorzeigeprojekt", ließ er die Mandatare im Landecker Gemeinderat wissen.

Mit der Verleihung des „best architects 20"-Awards, eines internationalen Architekturpreises, wurde dies vergangene Woche auch von einer unabhängigen Jury bestätigt — die TT berichtete. Stättner war aus diesem Grund nach Landeck gekommen. Er erinnerte dort an die schwierige Vorgeschichte mit der Kostenexplosion und dem zwischenzeitlichen Stopp des Projekts in der Vorbereitungsphase. Seit vergangenem Herbst sind die Arbeiten fertig, die Schüler haben ihr neues Reich bezogen. Mit dem Ergebnis war auch Direktorin Daniela Lehmann zufrieden: „Wir fühlen uns wohl. Das spürt man sofort, wenn man ins Haus kommt", bestätigte sie. Lehmann habe für die Schule gekämpft, erklärte Bürgermeister Wolfgang Jörg.

Der Linzer Architekturprofessor Michael Zinner war ebenfalls in der Gemeinderatssitzung: „Ich kenne wenige Schulen, wo die Schule und die Architektur auf europäischer Liga spielen", betonte er. „Ihr müsst damit rechnen, dass viele Leute herkommen, die sich die Schule anschauen werden."

Erfreulich war auch die Präsentation der Abrechnung durch die GemNova — trotz einer schwierigen Ausgangslage, massiven Überschreitungen bei der Angebotseröffnung sowie Überraschungen in der Bauphase. Beim Schulumbau blieben die Investitionen mit 7,679.017 Euro knapp unter den geschätzten 7,715.000. Auch das Gesamtprojekt, inklusive Bibliothek, Schützenheim usw., war mit 7,824.817 um 20.183 Euro billiger als erwartet. Bereits im Vorfeld, aber auch beim laufenden Umbau wurde viel eingespart.

Für eines plädierte Stättner: „Die thermische Sanierung haben wir nicht untergebracht." Es wurde so gebaut, dass man diese — so hoffe er — in den nächsten Jahren nachholen kann.