Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.07.2019


Osttirol

Wasser aus Fidschi in Osttirol: „Das muss wirklich nicht sein“

Symbolfoto.

© LusserSymbolfoto.



Der Abfallwirtschaftsverband Osttirol ist regelmäßig darum bemüht, Abfall nicht nur zu recyclen bzw. zu entsorgen, sondern auch aufzuklären, um Müll zu reduzieren. Vor Kurzem hat Umweltberater Gerhard Lusser das Thema „Trinkwasser" näher beleuchtet, und zwar stilles Mineralwasser, das man im Supermarkt in Flaschen kaufen kann. „Ich habe in sieben unterschiedlichen Supermärkten des Bezirks insgesamt 33 Mineralwasser-Sorten gekauft und auf ihre Herkunft untersucht", berichtet Lusser. Besonders interessierte den Umweltberater, wie weit die Mineralwasserflaschen gereist sind, bis sie in den Regalen der Osttiroler Geschäfte landen. Dabei fand Lusser Erstaunliches.

„Es wird stilles Wasser verkauft, das auf den Fidschi-Inseln abgefüllt wird. Das ist von Osttirol 16.470 Kilometer entfernt — Luftlinie", kann Lusser nur den Kopf schütteln. Nachsatz: „Das muss wirklich nicht sein."

Dabei gibt es vor Ort Trinkwasser bester Qualität, und zwar aus der Wasserleitung, führt der Abfallwirtschaftsverband-Mitarbeiter weiter aus. Und das zu unschlagbar niedrigen Kosten. „Bezogen auf einen Kubikmeter, das sind 1000 Liter Wasser, kostet es maximal einen Euro, je nach Gemeinde kann es kleine Unterschiede geben." Zum Vergleich: Die gleiche Menge stilles Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet zwischen 166 und mehr als 5000 Euro, hat Lusser ausgerechnet. Von der Flasche, die meist aus Plastik ist, gar nicht zu reden.

Der Umweltberater will mit seiner Recherche nicht auf den Supermärkten herumhacken, sondern an die Osttiroler Konsumenten appellieren, beim Einkauf nachzudenken, auch im Sinn des Klimaschutzes. (TT, co)




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