Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.07.2019


Bezirk Landeck

Ökodorf Pfunds lebt vom und mit dem Wald

Die 4b-Klasse der NMS hat eine neue Seite für das einzigartige Baumbuch gestaltet. Wertvolle Recherche als Beitrag zur Bewusstseinsbildung.

VBM Peter Wille (l.), Substanzverwalter Christoph Pinzger (2. v. l.) und BM Rupert Schuchter dankten für den Einsatz der Schüler.

© WenzelVBM Peter Wille (l.), Substanzverwalter Christoph Pinzger (2. v. l.) und BM Rupert Schuchter dankten für den Einsatz der Schüler.



Von Helmut Wenzel

Pfunds – Es ist ein österreichweit einzigartiges und bereits preisgekröntes Projekt – das Baumbuch am Ochsenbühel in der Klimabündnisgemeinde Pfunds. Seit 2011 kommt jährlich eine neue Infoseite aus Holz dazu. Vorige Woche hat die 4b-Klasse der NMS Pfunds mit Klassenvorstand Agnes Zangerl die neueste Seite verankert. Nachzulesen ist eine Zusammenfassung des Schülerprojekts zum Thema Wald und Wirtschaft.

„Die Schüler waren wissensdurstig und voll motiviert“, hob die Pädagogin Agnes Zangerl hervor. „Das Projekt hat uns einige Aha-Erlebnisse beschert.“ Etwa dass Pfunds rund 6000 Hektar Wald besitzt, darunter auch den größten zusammenhängenden Zirbenwald Österreichs, dass jährlich 5400 Festmeter Nutzholz geschlägert werden und dass im Dorf neun Betriebe mit insgesamt 60 Mitarbeitern von der Wald- und Holzwirtschaft leben: Förster, Sägewerker, Zimmerer, Schnitzer und Tischler.

Die 4b-Klasse der NMS Pfunds hat ihre Erkundungen zum Thema Wald und Wirtschaft auf einer Doppelseite für das Pfundser Baumbuch (r.) zusammengefasst.
Die 4b-Klasse der NMS Pfunds hat ihre Erkundungen zum Thema Wald und Wirtschaft auf einer Doppelseite für das Pfundser Baumbuch (r.) zusammengefasst.
- Wenzel

„Wermutstropfen sind die derzeit niedrigen Holzpreise“, stellte der Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft, Christoph Pinzger, fest. Mit der Fichte (Nutzholz) erziele man 58 Euro pro Festmeter. Weil die Kosten der Holzbringung sehr hoch sind, „bleibt unterm Strich praktisch nichts mehr übrig“, so Pinzger. Der Brennholzpreis liege bei 33 Euro, die hochwertige Zirbe werde zum Preis von 180 Euro verkauft.

Mit Holz als Energielieferant haben sich die Schüler ebenfalls befasst. „Heizen mit Holz bedeutet CO²-neutrale Energieverwendung im Kreislauf der Natur“, so die Schlussfolgerung. Schließlich komme dem Rohstoff Holz eine wachsende Bedeutung in der Bauwirtschaft zu. Holzfassaden und Gebäude in Riegelbauweise würden ebenso im Trend liegen wie Holzmöbel und „die urgemütliche Zirbenstube“ in der Gastronomie. Die Borkenkäferplage in Pfunds habe man dank „Fangbäumen einigermaßen im Griff“, sagte Pinzer.

Im Rahmen einer kleinen Feier bedankten sich BM Rupert Schuchter, VBM Peter Wille und Schulleiter Simon Gredler „für den informativen und wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung“.