Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.07.2019


Bezirk Schwaz

Lärmproblem: Nein zum eingezäunten Spielplatz in Schwaz

Die Mehrheit der Anrainer am Schwazer Spielplatz Spötlweg möchte auf andere Weise für nächtliche Ruhe sorgen.

Der Spielplatz am Spötlweg. Laut städtischer Verordnung ist die Benutzung im Sommer bis 21 Uhr erlaubt.

© DählingDer Spielplatz am Spötlweg. Laut städtischer Verordnung ist die Benutzung im Sommer bis 21 Uhr erlaubt.



Von Angela Dähling

Schwaz – Mit einer Einzäunung des Spielplatzes Spötlweg und damit kontrollierten Öffnungszeiten wollte die Stadtgemeinde Schwaz für mehr Ruhe in den Abendstunden für die dortigen Anrainer sorgen.

Schließlich hatten im Mai beim Stadtforum ein paar von ihnen an die Stadt appelliert, endlich tätig zu werden. Von 20 Uhr bis 8 Uhr hätte nun durch geplanten Zaun der Spielplatz nicht mehr betreten werden können.

Doch beim dortigen Stadtteilgespräch letzte Woche, an dem über 60 Anrainer teilnahmen, sah die Situation dann anders aus. „Gut 90 Prozent der Anwesenden sprachen sich gegen die Errichtung eines Zaunes aus“, lässt Bürgermeister Hans Lintner auf Nachfrage der TT wissen. „Der geplante Zaun ließ gleich zu Beginn die Emotionen hochkochen. Auf der einen Seite der Wunsch nach Ruhe und auf der anderen Seite die freie Entfaltung der Kinder, Jugend und Familien. Es wurde daran erinnert, dass wir alle mal jung waren und uns ausleben sollen dürfen“, erklärt Bernd Weißbacher (Grüne) vom Jugendausschuss. Als Steuerverschwendung und Wahnsinn wurde laut ihm der Zaun bezeichnet. Die Stadtgemeinde änderte daraufhin ihre Pläne: Es kommt doch kein Zaun. Dafür gab’s Applaus.

„Es soll nun gemeinsam und im Miteinander aller darauf geachtet werden, dass die Spielplatzordnung besser eingehalten wird“, sagt der Stadtchef. Zudem soll die Stadtpolizei verstärkt darauf schauen, dass die Nachtruhe eingehalten wird. „Von den Anrainern wurden zur Gestaltung und Verbesserung ihres Königsfeld-Spielplatzes drei Bäume als Schallschutz, mehr Bänke, Spielgeräte und Brunnen gewünscht und vom Bürgermeister zugesagt“, ergänzt Weißbacher.

Der grüne Gemeinderat wünscht sich den Ausbau der erfolgreichen Jugendarbeit von der Schwazer Streetworkerin Carmen Pfefferkorn. „Ein zusätzlicher Streetworker wäre der richtige Weg“, verweist er auf den guten Zugang zu den Jugendlichen.




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