Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Exklusiv

Bakterien setzen dem Bucher Trinkwasser zu

Grundwasser war während des Hochwassers ins Pumphaus eingetreten. Die Bürger wurden daher aufgefordert, das Wasser mindestens drei Minuten abzukochen.

Die Bürger der Ortsteile Maurach und St. Margareten wurden vom Gemeindeamt aufgefordert, das Trinkwasser abzukochen.

© zoom.tirolDie Bürger der Ortsteile Maurach und St. Margareten wurden vom Gemeindeamt aufgefordert, das Trinkwasser abzukochen.



Von Angela Dähling

Buch – Immer wieder gibt es in Buch Probleme mit dem Trinkwasser. Einst war es das antimonhaltige Wasser der Blaiknerquelle, das die Bezirkshauptmannschaft auf den Plan rief. Die Quelle ist mittlerweile geschlossen. Im Vorjahr musste nach einem Tiefbrunnenpumpen-Defekt ein Milchwagen das Wasser von einem Jenbacher Hydranten zum Hochbehälter in Buch bringen. Denn eine Notwasserversorgung gibt es praktisch nicht.

Vorgestern wieder eine Hiobsbotschaft: Im Trinkwasser wurden Bakterien gefunden. „Wir haben die Bevölkerung umgehend informiert“, sagt VBM Martin Kirchmair, der derzeit die politischen Agenden der urlaubenden Bürgermeisterin Marion Wex übernommen hat. „Unser Tiefbrunnen ist leider schlecht situiert in einem relativ tief gelegenen Feld“, ergänzt Evi Kostenzer, Juristin im Gemeindeamt.

Grundwasser war während des Hochwassers ins Pumphaus eingetreten. „Dennoch war das Trinkwasser anfangs in Ordnung. Es ist wahrscheinlich das am besten überprüfte in ganz Österreich“, sagt der Vizebürgermeister. Ein coliformes Bakterium und ein Fäkalbakterium hat man laut Bernd Jenewein von der ARGE Umwelt-Hygiene GmbH am Montag nachweisen können. Die Bürger wurden daher aufgefordert, das Wasser abzukochen. Gestern wurde eine Chlor­dosieranlage zur Desinfektion installiert. Voraussichtlich ab heute Mittag hat das Wasser damit wieder Trinkwasserqualität und wird weiter überprüft. „Das Wasser war davor nicht gesundheitsschädlich. Es darf laut Trinkwasserverordnung nur nicht mehr als Trinkwasser bezeichnet werden“, sagt Kostenzer. Eine Bucher Bürgerin meldete der TT, sie habe am 9. Juli von Jenewein ihr Trinkwasser überprüfen lassen, weil es eigenartig schmeckte. Sie fragt sich, ob ihr privates Gutachten Auslöser der Maßnahmenkette war. „Nein, das war zufällig am selben Tag, an dem ich auch für die Gemeinde die Brunnenuntersuchung vornahm“, sagt Jenewein.

Es ist beschlossene Sache, über einen Wasserverbund an das Jenbacher Wassernetz anzudocken. Heute findet die Wasserrechtsverhandlung statt. Wenn alles nach Plan läuft, könnte Buch vielleicht noch heuer mit Jenbacher Trinkwasser versorgt werden.