Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.07.2019


Bezirk Reutte

Burgenwelt im Außerfern baut ihre Barrieren ab

Umfangreiche Maßnahmen auf Ehrenberg erleichtern Rollifahrern den Besuch der Anlage. HLW-Schüler stellen sich dem Thema.

Mit dem Ergebnis zufrieden (v. l.): Armin Walch, Matthias Blum, Anna-Maria Tangl, Bernhard Gruber, Adam Rea, Sandra Gall und Samira Larcher.

© REAMit dem Ergebnis zufrieden (v. l.): Armin Walch, Matthias Blum, Anna-Maria Tangl, Bernhard Gruber, Adam Rea, Sandra Gall und Samira Larcher.



Reutte – Die HLW-Schüler Adam Rea, Anna-Maria Tangl und Samira Larcher beschäftigen sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit barrierefreien Urlaubsangeboten in der Naturparkregion Reutt­e. Die Professoren Sandra Gall und Matthias Blum sind ihr­e fachlichen Betreuer. Auftraggeber ist die Regionalentwicklung Außerfern. Die erste Recherche der Schüler ergab ein durchwachsenes Bild. Zum einen sind auf der Website www.allgaeu-tirol-barrierefrei.eu bereits einige barrierefreie Beherbergungsbetriebe wie die Alpentherme Ehrenberg erfasst. Zum anderen gibt es Lücken in der Freizeitinfrastruktur. Dank umfangreicher Maßnahmen auf Ehrenberg konnte nun eine solche geschlossen werden.

Besucherzentrum, Naturpark-Ausstellung, Salzstadel, Ehrenberg-Liner mit Behindertenparkplatz und Ausstellung Hornwerk sind barrierefrei zugänglich. Der Verbindungsweg Hornwerk/ Highline hat nur noch eine Steigung von 7,9 Prozent, vorher waren es bis zu 20. Dieser nun asphaltierte Weg ist mit geringer Hilfestellung auch für Rollifahrer zu bewältigen. Sportliche Rollifahrer können diese rund 150 m selbstständig meistern. Auch die Highline ist mit einer Bodenbreite von 120 cm in einer Richtung mit einem Rolli befahrbar. Durch die Neigung insbesondere auf der Seite Fort Claudia brauchen Rollifahrer allerdings eine Hilfestellung. Die Behinderten-WCs für alle Anlagenteile befinden sich in der Tal- und Bergstation des Ehrenberg-Liners.

Bernhard Gruber, gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für barrierefreies Planen und Bauen, übergab kürzlich Armin Walch, Geschäftsführer der Burgenwelt Ehrenberg, den Prüfbericht zu barrierefreien Zugangsmöglichkeiten und behindertengerechter Nutzung der Anlage. Nach einem Arbeitsunfall selbst auf einen Rollstuhl angewiesen, weiß Gruber aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, barrierefreie Urlaubs- und Freizeitangebote zu finden. Er hat die Anlage auf Herz und Nieren geprüft und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Für Walch ist damit ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung von Ehrenberg erreicht.

Die Schüler hatten kürzlich mit ihren Professoren die Gelegenheit, sich ein Bild zu machen. In ihrer Diplom­arbeit werden sie weitere Vorschläge ausarbeiten. Samira Larcher bringt die Motivation der Gruppe auf den Punkt: „Augen auf und verändern, damit Einschränkungen weniger werden.“ (TT, hm)