Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.07.2019


Bezirk Imst

United World College: Internatinale Jugend diskutiert in Imst

Das United World College (UWC) Austria hält in der LLA Imst einen Sommerkurs ab – heuer geht es um Gleichberechtigung.

In kleinen Gruppen diskutieren die 40 Jugendlichen aus 19 Nationen die verschiedenen Aspekte des Themas Gleichberechtigung.

© PaschingerIn kleinen Gruppen diskutieren die 40 Jugendlichen aus 19 Nationen die verschiedenen Aspekte des Themas Gleichberechtigung.



Von Alexander Paschinger

Imst – Sie wurden in den 1960er-Jahren gegründet – United World Colleges (UWC). Damals noch immer unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges, ging es den Initiatoren darum, an einer nachhaltigen und vor allem friedlichen Welt zu arbeiten. Imst ist auch heuer wieder Austragungsort eines so genannten „Short Course“. Und es geht in diesem Sommerkurs um ein Thema, das wohl wie kaum ein anderes die Menschheit seit eh und je, aber viel mehr noch in einer globalisierten Welt beschäftigt: Gleichberechtigung.

Zum dritten Mal in Folge ist die LLA Imst der offizielle Austragungsort von UWC Austria. Zwei Wochen leben hier 40 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren aus 19 Nationen zusammen und beschäftigen sich mit dem Thema Gleichheit in allen Facetten. Ihre elf Betreuer sind nicht viel älter. „Wir kommen alle aus der EU, aber auch Ukraine, Türkei, Brasilien – und sogar aus Myanmar haben wir einen Teilnehmer“, erklärt Hannah Gläser, eine erst 19-jährige Betreuerin aus Deutschland.

Gleichberechtigung ist nicht nur ein Thema bei den Geschlechtern. Sie betrifft ebenso Wirtschaft, Umwelt oder auch Migration.
Gleichberechtigung ist nicht nur ein Thema bei den Geschlechtern. Sie betrifft ebenso Wirtschaft, Umwelt oder auch Migration.
- UWC/Thaller

Gleichberechtigung, da geht es nicht nur um die Geschlechterrollen, wie Gläser gemeinsam mit dem Grazer Betreuer Alexander Thaller betont. Am Dienstag etwa stand das Thema Migration auf dem Programm. Und so werden die verschiedensten Aspekte der Gleichheit unter die Lupe genommen, durchleuchtet und auch aus den unterschiedlichen Sichtweisen der Teilnehmer diskutiert. Etwa die wirtschaftliche und soziale Gleichstellung oder die Umweltgleichheit und Gerechtigkeit. Schließlich geht es auch um globales Denken und lokales Handeln.

„Es geht vor allem auch darum, Netzwerke zu knüpfen“, erklärt Gläser. Seit 1962 haben nicht weniger als 60.000 Jugendliche bei solchen UWC-Sommerkursen mitgemacht.

Natürlich treten die internationalen Teilnehmer in Imst auch mit der Bevölkerung direkt in Kontakt. Dazu wird am Sonntag, den 28. Juli, auch zu einem Tag der offenen Tür in der LLA Imst geladen. Von 14 bis 18 Uhr kann man sich ein Bild machen – und selbst neue Netzwerke knüpfen.