Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 05.08.2019


Tirol

Oberländer Hospiz-Chefin: „Ein Geschenk, Menschen begleiten zu können“

Seit knapp einem Jahr koordiniert Sabine Hosp als Regionalbeauftragte die Arbeit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft im Oberland und Außerfern.

Sabine Hosp ist die Koordinatorin der Hospiz-Teams in Imst, Landeck und Reutte. Ihr Büro ist im Pflegezentrum Gurgltal in Imst.

© PaschingerSabine Hosp ist die Koordinatorin der Hospiz-Teams in Imst, Landeck und Reutte. Ihr Büro ist im Pflegezentrum Gurgltal in Imst.



Von Alexander Paschinger

Imst, Landeck, Reutte – Krankheit, Tod und Sterben sind keine Themen, mit denen man sich gerne auseinandersetzt. In solchen Situationen stehen neben Ärzten und Pflegekräften in Heimen und zuhause auch die Sozial- und Gesundheitssprengel und seit Neuestem auch das mobile Palliativteam für die Bezirke Imst und Landeck am Krankenhaus Zams als professionelle Hilfe für Betroffene und Angehörige bereit.

Daneben gibt es aber auch die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft – bestehend aus ehrenamtlichen Begleitern – für solche Ausnahmesituationen. „Wir werden vom Sozialsprengel oder dem Arzt hinzugezogen“, erklärt Sabine Hosp. Die Lermooserin ist seit knapp einem Jahr die Regionalbeauftragte für die Bezirke Imst, Landeck und Reutte. Ihr Büro hat sie im Pflegezentrum Gurgltal. „Hospizbegleitung kann von jedem kostenlos angefordert werden und ist auch nicht an Konfessionen gebunden. Wir begleiten nicht nur am Lebensende, sondern auch über längere Zeit, wir sprechen daher auch gerne von Lebensbegleitung bei der es uns um Würde und Lebensqualität geht.“

In Erscheinung treten die Hospizbegleiter in erster Linie mit ihren Lokalgruppen: „Wir haben in den Bezirken Imst, Landeck und Reutte acht ehrenamtliche Teams“, so Hosp. Dabei hat sich einiges getan: Seit April gibt es das achte Hospizteam im Oberland, dort wurde das Hospizteam Mieminger Plateau gegründet. Dazu kommt ein eigenes Kinderhospizteam: „20 Leute haben bereits diese Zusatzausbildung – wobei wir Kinder auch begleiten, wenn sie Angehörige sind.“ Denn „auch Kinder trauern, erleben immer wieder Abschiede und wir bieten auch hier durch ausgebildete Hospizbegeleiterinnen Unterstützung an.“

Einer der Trauerräume ist zu Ostern beim „Weg übers Bergl“ in Imst eingerichtet.
Einer der Trauerräume ist zu Ostern beim „Weg übers Bergl“ in Imst eingerichtet.
- Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Die Möglichkeit zur individuellen Trauer erhalten Betroffene auch in den Trauerräumen, die zu Allerheiligen und rund um Ostern von örtlichen Hospizgruppen eingerichtet werden.

Begleitung, sagt Hosp, das sei „ein Geschenk“ und „eine Haltung, den Menschen in seiner letzten Lebensphase in Würde beizustehen“. Jeder, der sich für die Mitarbeit in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft interessiert, hat 80 Stunden Praktikum und 90 Stunden Theorie zu absolvieren. Für heuer sind die Kurse bereits abgeschlossen. „Vielleicht machen wir 2021 eine Info-Veranstaltung im Oberland für die Ausbildung.“

Was aber seit eineinhalb Jahren sehr gut besucht wird, das sind die so genannten „Letzte-Hilfe-Kurse“. In Karres waren es zuletzt 25 Interessierte, gut besucht waren auch jene in Tannheim oder Mieming. „Es ist auch ein wenig präventiv“, erklärt Hosp. Die Teilnehmer werden für die Themen rund um das Sterben sensibilisiert, man wolle erklären, dass der Tod zum Leben einfach dazugehört. Auch geht es darum, wie man helfen kann, was man tun kann – eines ist für die Regionalleiterin besonders wichtig innerhalb der Familie: „Reden, reden, reden.“ Die nächsten Letzte-Hilfe-Kurse starten Ende September. Fünf Termine sind im Oberland und Außerfern angesetzt. Infos unter www.hospiz-tirol.at im Internet.