Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.08.2019


Bezirk Imst

15 Serpentinen gleich am ersten Tag neu angelegt

Zwölf Freiwillige sanieren im Rahmen des Alpenvereinsprojekts den Weg zum Klettersteig Wank beim Lehnberghaus hoch über Obsteig.

Die zwölf Freiwilligen mit den Projektleitern Helmut Maier (r.) und Andreas Bstieler (4. v. l.) sowie dem Wegewart Andreas Schatz (2. v. l.) vor dem „Basecamp“, dem Lehnberghaus oberhalb von Obsteig.

© DornDie zwölf Freiwilligen mit den Projektleitern Helmut Maier (r.) und Andreas Bstieler (4. v. l.) sowie dem Wegewart Andreas Schatz (2. v. l.) vor dem „Basecamp“, dem Lehnberghaus oberhalb von Obsteig.



Von Agnes Dorn

Obsteig – Es sind rund 40 Umweltbaustellen, denen sich der Alpenverein österreichweit seit Jahren widmet. Dabei geht es meist um die Sanierung von Wegen und Steigen. Die Sektion Hohe Mund­e hat sich für heuer – nach vier Projekten rund um das Alpl-Wetterkreuz – die Instandsetzung von Weg­abschnitten rund um die Wank­spitze zum Ziel gesetzt. „Wir versuchen, die Riesenmure, die jedes Jahr in diesem Gebiet runterkommt, zu umgehen“, hofft der Obmann der Sektion, Andreas Bstieler, dass der neue Steig auch zukünftig Bestand haben wird. Zwölf Freiwillige folgten der Einladung des Alpenvereins, für eine Woche vom „Basecamp“ Lehnberghaus aus täglich ins Gelände zu gehen und den Zustieg vom Großen Stein aus bis zum Klettersteig Wank neu anzulegen und zu sanieren.

„Es ist eine neue Trassenführung, die wir anlegen. Am Montag haben wir schon 15 Serpentinen geschafft“, zeigt sich Wegewart Andreas Schatz vom Einsatz seines Teams begeistert. Betreut werden die jungen Helfer von Schatz sowie von Helmut Maier, der als Projektleiter neben der Umweltbaustelle am Mieminger Plateau noch zwei Bergwaldfamilienprojekte fachlich begleitet.

Schon am ersten Tag schafften die zwölf „Arbeiter“ ein gutes Stück der Umweltbaustelle.
Schon am ersten Tag schafften die zwölf „Arbeiter“ ein gutes Stück der Umweltbaustelle.
- Adelmann

Jeweils ab Februar können sich Interessierte für die Teilnahme an einer der Umweltbaustellen bewerben, die Mitgliedschaft beim Alpenverein ist dabei keine Voraussetzung. Finanziert wird die Woche vom Alpenverein gemeinsam mit dem Tourismusverband Innsbruck, der auch das Werkzeug zur Verfügung gestellt hat. Die Anreise bis zum Bahnhof Telfs-Pfaffenhofen zahlen sich die Freiwilligen selbst.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Woche samt Transport, Unterkunft und Verpflegung auf rund 10.000 Euro, wie Bstieler vorrechnet. „Das Projekt ist eine Win-win-Situation für alle. Es ist toll für die jungen Leute, dass sie die Wege kennen lernen, was auch dem direktem Tourismus zugutekommt, wenn dann auch die Eltern und Großeltern kommen. Und die tollen Steige werden in Nullkommanix gerichtet“, freut sich der stellvertretende Direktor des TVB, Christoph Stock, über den Mehrwert des Projekts. Wie weit man mit den Sanierungen in dieser Woche kommen werde, hänge unter anderem vom Wetter ab, wie Maier erklärt: „Das Ziel, bis zum Klettersteig zu kommen, werden wir sicher erreichen. Wie weit wir danach kommen, wird man sehen, denn das ist ja kein Arbeitslager.“ Neben der täglichen Arbeit, die im besten Fall von 8 bis 16.30 Uhr dauert, sollen die Freiwilligen schließlich auch gemeinsam freie Zeit genießen können.