Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.08.2019


Bezirk Landeck

Dorfchef wird in See auch Ehrenbürger

Seit 30 Jahren ist Toni Mallaun in See Bürgermeister. Im September wird ihm zudem die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Dem Bürgermeister von See, Toni Mallaun, wird noch zu Amtszeiten die Ehrenbürgerschaft seiner Gemeinde verliehen.

© WenzelDem Bürgermeister von See, Toni Mallaun, wird noch zu Amtszeiten die Ehrenbürgerschaft seiner Gemeinde verliehen.



Von Matthias Reichle

See – Es ist höchst ungewöhnlich: In der Paznauner Gemeinde See wird der amtierende Bürgermeister Toni Mallaun gleichzeitig Ehrenbürger. Das hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen. Auch für den Bürgermeister selbst soll es eine Überraschung gewesen sein, wie sein Vize Michae­l Zangerl betont. „Bei der Eröffnung unserer Kinderkrippe war heuer auch der Landeshauptmann da, der in seiner Rede daran erinnert hat, dass er selbst damals vor 30 Jahren gleichzeitig mit unserem Bürgermeister ins Amt gekommen ist“, so Zangerl.

Darauf hat man sich Gedanken gemacht, wie man dieses Jubiläum würdigen könnte. „Nächstes Jahr wird der Bürgermeister zudem 70.“ Man habe ihn nun mit der Entscheidung überrascht – sonst hätte er es möglicherweise abgelehnt. Zangerl und Gemeindevorständin Lucia Schmid hatten den Punkt als Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung setzen lassen. Der Bürgermeister selbst hatt­e während der Diskussio­n und Abstimmung den Gemeindesaal verlassen.

Mallaun gehört zu den dienstältesten Bürgermeistern in Tirol. Der pensionierte Bäckermeister ist im April 1989 ins Amt gekommen. Verliehen wird ihm die Ehrenbürgerschaft am Freitag, 13. September, im Rahmen eines Empfangs am Fußballplatz. Ans Aufhören denke der Dorfchef noch nicht – solange es die Gesundheit zulasse, betont er selbst.

Für Mallaun findet Zangerl nur lobende Worte: „1989 ist er vom Gemeinderat gewählt worden – danach hat ihn das Volk fünfmal in seinem Amt bestätigt. Wenn nicht alles gepasst hätte, wäre er nicht so lang Bürgermeister“, erinnert der Vize. Mallaun sei ein weitsichtiger Bürgermeister, der mutige Entscheidungen getroffen habe.

Kleiner Wermutstropfen: Die Wahl ist nicht einstimmig abgelaufen. Zwei Mandatar­e sollen im vertraulichen Teil der Sitzung dagegen gestimmt haben. Ein Kritikpunkt soll gewesen sein, dass Mallaun die hohe Auszeichnung noch während der Amtszeit verliehen und nicht erst danach darüber diskutiert wird.