Letztes Update am Do, 08.08.2019 12:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltkatzentag

Samtpfoten nicht überall so geliebt wie in Österreich

In Österreich ist die Katze nach wie vor das beliebteste Haustier. In anderen Erdteilen landet die Samtpfote hingegen am Teller. Fälle von Qualzucht gibt es auch hierzulande.

In Österreich ist die Katze das beliebteste Haustrier.

© BangIn Österreich ist die Katze das beliebteste Haustrier.



Wien – Dem beliebtesten Haustier der Österreicher widerfährt am heutigen Donnerstag erhöhte Aufmerksamkeit: Der alljährliche internationale Tag der Katze wird begangen. So sehr die rund 1,5 Millionen Stubentiger in einem Viertel der heimischen Haushalte von ihren Besitzern auch geliebt werden, manche Menschen meinen es weniger gut mit ihnen: Katzen landen auf Speisetellern oder werden qualvoll gezüchtet.

„Kleiner Tiger“ landet oft am Teller

In Südostasien werden Katzen nach wie vor gefangen und brutal getötet, um danach gegessen zu werden, machte die Tierschutzorganisation Vier Pfoten in einer Aussendung aufmerksam. „Leider werden in einigen Ländern Katzen und natürlich auch Hunde immer noch gegessen“, sagte Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der Vier-Pfoten-Streunerhilfe in Südostasien. In Vietnam werde das Gericht „Thit Meo“ – zu deutsch „Kleiner Tiger“ – immer beliebter. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass der Genuss von deren Fleisch zu katzenähnlichen Eigenschaften wie Beweglichkeit, Stärke und auch Glück verhelfen soll, so ein verbreiteter Glaube.

„Unsere Recherchen haben ein umfassendes und grausames Netzwerk ans Licht gebracht“, sagte Polak. „Streunende Tiere werden ebenso wie Hauskatzen gestohlen und auf oft schreckliche Art und Weise getötet. Wir sprechen von Methoden wie dem massenweisen Ertränken oder Inbrandsetzen von Katzen. Letzteres ist eine schnelle Art und Weise, um das Fell zu entfernen.“

Vier Pfoten kämpft gemeinsam mit lokalen NGOs gegen dieses Netzwerk, indem Bildungsprogramme in Schulen oder auch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden, um über den Katzenhandel aufzuklären. Zudem werden Kastrationsprogramme und medizinische Versorgung für die Katzen bereitgestellt.

Fälle von Qualzucht auch in Österreich

Aber auch hierzulande leiden Katzen Qualen. So werde die Moderasse „Schottische Faltohrkatze“ auch in Wien immer wieder zum Verkauf angeboten. Dabei handle es sich jedoch um Qualzucht, erklärte die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) in einer Aussendung. Bereits ab der dritten Lebenswoche haben Katzen dieser Rasse erkennbar nach vorne gekippte Ohren. „Was süß ausschaut, bedeutet für die Tiere höllische Qualen“, sagte Eva Persy, Leiterin der TOW.

Für die "süßen" Ohren müssen Faltohrkatzen Qualen erleiden.
Für die "süßen" Ohren müssen Faltohrkatzen Qualen erleiden.
- Pixabay

Hinter den charakteristischen Faltohren stecken deformierte und verkrüppelte Ohrmuscheln, die durch die Krankheit Osteochondrodysplasie verursacht werden. Die Krankheit führt weiters vor allem im Bereich der Beine und der Wirbelsäule zu sehr schmerzhaften Gelenksveränderungen und Lahmheit. „Im Laufe der Zeit empfinden die betroffenen Katzen dann auch Berührungen vom Menschen als schmerzhaft“, so Persy. Kostspielige Tierarztbesuche und Schmerztherapien wären in der Folge nötig, wenn die Tiere aufgrund zu großen Leids nicht schon früher eingeschläfert werden müssten.

„Wir warnen alle Katzenliebhaber davor, das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere zu unterstützen“, appellierte Persy. Sie empfiehlt, sich gründlich vor der Anschaffung einer Katze zu informieren – beispielsweise in einem Tierheim. (APA)




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