Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.08.2019


Bezirk Landeck

Hilfsaktion für Familie nach verheerendem Brand in Tobadill

Ein Brand verursachte schwerste Schäden an einem Tobadiller Wohnhaus, die siebenköpfige Familie wohnt inzwischen im Elternhaus. Die Gemeinde hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Schwerste Schäden nach dem Brand in Tobadill: Ob das in Holzriegelbauweise errichtete Haus saniert werden kann, war gestern fraglich. Die Bewohner – eine siebenköpfige Familie – zogen in ein Ersatzquartier.

© WenzelSchwerste Schäden nach dem Brand in Tobadill: Ob das in Holzriegelbauweise errichtete Haus saniert werden kann, war gestern fraglich. Die Bewohner – eine siebenköpfige Familie – zogen in ein Ersatzquartier.



Von Helmut Wenzel

Tobadill – Für die Feuerwehren war es ein schwieriger wie schweißtreibender Einsatz. 95 Feuerwehrmänner aus Tobadill, Landeck, See und Ischgl retteten von Samstag, 18 Uhr, bis Sonntag in den Morgenstunden, was noch zu retten war. Ein in Holzriegelbauweise errichtetes Wohnhaus beim Tobadiller Skilift stand in Flammen. Das Feuer war in Zusammenhang mit Schweißarbeiten in der Garage ausgebrochen.

Der Feuerwehreinsatz zog sich in die Länge. Weil sich Glutnester in der Dämmschicht verbargen, musste die Fassade aufgerissen werden.

Am Ende des Einsatzes stand fest: Die siebenköpfige Familie Wolf hat ihr Dach über dem Kopf verloren. Noch stehe man unter Schock, sagte Familienvater Florian Wolf am Montag im TT-Gespräch. Er wurde, ebenso wie zwei Helfer, mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Zams gebracht, konnte aber inzwischen entlassen werden. „Wie es mit dem Haus weitergeht, wissen wir derzeit nicht“, so Wolf. „Danken möchte ich der Feuerwehr und allen, die uns in den schwierigen Stunden tatkräftig geholfen haben.“

Die Familie mit fünf Kindern im Alter zwischen sieben Monaten und zehn Jahren wohnt vorübergehend im nahegelegenen Elternhaus des 44-jährigen Unternehmers. Wolfs Betrieb, eine Montage- bzw. Möbeltischlerei an der Rückseite des Hauses, werde weitergehen. Seine Kunden müsse er allerdings um etwas Geduld bitten.

Während die Außenfassade bis zum Dach zerstört worden ist, sind die Wohnräume völlig unversehrt geblieben. Allerdings habe sich, so Wolf, überall beißendes Rauchgas festgesetzt.

„Für das Notwendigste der Familie ist gesorgt“, hob BM Martin Auer hervor. „Auch wenn sie nicht in der elterlichen Wohnung wohnen könnte, wäre sie keinesfalls auf der Straße gestanden. Die Gemeinde hätte ein Haus zur Verfügung stellen können.“

Zur Brandursache wisse er noch keine Details, die Brand­ermittler waren am Montag nicht erreichbar. Die Frage, ob das Haus abgerissen werden muss oder saniert werden kann, sei ebenfalls offen, so der Bürgermeister. „Auf jeden Fall werden wir die betroffene Familie bestmöglich unterstützen. Dazu haben wir auch ein Spendenkonto eingerichtet.“ Stichwort „Brand Familie Wolf“, IBAN AT13 3635 9000 0004 4305.

Mit einer Soforthilfe darf der Unternehmer auch aus dem Unterstützungsfonds der Wirtschaftskammer rechnen, wie Bezirksstellenleiter Otmar Ladner bestätigte. „Zudem gibt es von uns einen Aufruf, das Spendenkonto der Gemeinde zu nutzen.“




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