Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.08.2019


Bezirk Kufstein

Festplatz in Ellmau kam deutlich teurer als geplant

Aktuell belaufen sich die Kosten für den Festplatz auf 450.000 Euro netto.

© HrdinaAktuell belaufen sich die Kosten für den Festplatz auf 450.000 Euro netto.



Überschritten wird in Ellmau nicht nur der neue Festplatz von Musikkapellen und Feier­launigen beim kommende­n Musikherbst (25. bis 28. September und 2. bis 5. Oktober). Auch dessen Errichtungskosten marschieren der Gemeinde davon. Statt der vom Gemeinderat per Beschluss abgesegneten 268.000 Euro ohne Materialbereitstellung bzw. 245.000 Euro inklusive steht am Ende der Rechnung nun eine Summe von 450.000 Euro netto. Der eine oder andere Posten dürfte dabei noch hinzukommen. Die Gründe dafür liegen bei der geänderten Größe des Festzelts, wie der Obmann des Überprüfungsausschusses, Gert Oberhauser, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete. So habe man auf Wunsch des Veranstalters des Musikherbstes (ein heimisches Incoming-Büro) anstatt eines 130 mal 45 Meter breiten Modells ein 150 mal 50 Meter breites gewählt. Dadurch seien die Projektkosten bereits auf 332.000 Euro angewachsen. Angepasst werden mussten damit auch bauliche Maßnahmen zur Oberflächenentwässerung. Auch ein­e stärkere Stromleitung wurde notwendig. Den Preis in die Höhe trieb letztlich außerdem die Asphaltierung der Straße zum angrenzenden Supermarkt.

BM Nikolaus Manzl verteidigt das Projekt im Gespräch mit der TT. So hätte der temporäre Mieter abseits der 450.000 Euro in den Festplatz investiert. „Die Gemeinde steht hinter dem Platz. Dieser wird durch Mieteinnahmen längerfristig finanziert." Bei der Gemeinderats­sitzung zeigte sich Manzl allerdings skeptischer. Wären die höheren Kosten vorher bekannt gewesen, „glaubt ihr, wir hätten dem Projekt dann noch zugestimmt?", richtete er eine rhetorische Frage an das Gremium.

VBM Gerhard Schermer verlangte eine genaue Überprüfung der Umstände, die zur Kosten­explosion führten. (jazz)