Letztes Update am Mo, 19.08.2019 10:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niederösterreich

Mutter überfahren: Otterbabys werden in Haringsee aufgepäppelt

Anrainer hatten das Weinen zweier Jungtiere gehört – eines der beiden musste aus einem Entwässerungsrohr gerettet werden. Für ein drittes Baby kam leider jede Hilfe zu spät. Auch um „Berta“ und „Fibi“ bangten die Retter – inzwischen haben sie sich erholt.

„Berta“ wiegt etwa 1,25 Kilogramm, die kleinere „Fibi“ rund 1,1 Kilo.

© VIER PFOTEN„Berta“ wiegt etwa 1,25 Kilogramm, die kleinere „Fibi“ rund 1,1 Kilo.



Neutal/Haringsee – Zwei Otterbabys werden derzeit in der Eulen- und Greifvogelstation (EGS) Haringsee im Bezirk Gänserndorf betreut. Ihre Mutter war in Neutal (Bezirk Oberpullendorf) überfahren worden. Für ein drittes Geschwisterchen kam die Hilfe zu spät. „Berta“ und „Fibi“ gehe es aber wieder gut, nachdem das Team zunächst einige Tage um sie bangen musste, teilte die Organisation Vier Pfoten am Montag mit.

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Anrainer hatten am vergangenen Montag in Neutal ein deutliches Weinen vernommen. Ein Naturschutzorgan der Burgenländischen Landesregierung fand am Dienstag schließlich die kleine „Berta“ im Dickicht an der Seite eines Baches mitten im Ortsgebiet von Neutal. Er brachte das Otterbaby in die von Vier Pfoten geführte EGS.

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„,Fibi‘ hätte die Nacht sicher nicht überlebt“

„Es war allerdings noch das Weinen eines weiteren Jungtiers in einem Kanal zu hören“, erzählte Vier-Pfoten-Expertin Brigitte Kopetzky. „Das Entwässerungsrohr hatte einen Durchmesser von nur 80 cm, weshalb die Bergung nicht so einfach war.“ Schließlich fuhr Hans Frey, der wissenschaftliche Leiter der EGS, nach Neutal. Sein Sohn Simon kroch in das Entwässerungsrohr und fand nach etwa 80 bis 100 Metern auch das zweite lebende Junge sowie das bereits tote Geschwisterchen. Bei den drei Jungtieren handelt es sich um etwa zehn Wochen alte Weibchen.

„Fibi“ hätte die Nacht sicher nicht überlebt, meinte Kopetzky. Der Zustand der beiden kleinen Otterbabys – „Berta“ wiegt etwa 1,25 Kilogramm, die kleinere „Fibi“ rund 1,1 Kilo – gab einige Tage lang Grund zur Sorge. „Übers Wochenende haben sie sich erholt, es geht ihnen sehr gut“, freute sich Kopetzky.

„Es ist erstaunlich, dass es der Fischottermutter gelungen ist, an einem so kleinen Bach drei Jungtiere groß zu ziehen. Das veranschaulicht wieder einmal, dass die Fischotter keine blutrünstigen Räuber sind, die ganze Fischteiche ausräumen, sondern sich sehr unauffällig an natürliche Lebensräume anpassen und die dortigen Nahrungsressourcen nutzen“, so Frey: „Außer von Fischen ernähren sie sich auch von Kleinsäugern, Fröschen, Krebsen und vielen anderen kleinen Wassertieren.“ (APA)




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