Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.08.2019


Bezirk Imst

Imsterin im Jugendbeirat zieht Bilanz: „Das Wichtigste wäre, es einfach zu tun“

Für Rolli-Fahrerin Laura Moser aus Imst sind Bordsteinkanten ein Hindernis. Ihr Engagement gilt dem Abbau von Barrieren.

Anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht schildert Laura Moser im Landtag die Lage junger Menschen mit Behinderungen.

© LebenshilfeAnlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht schildert Laura Moser im Landtag die Lage junger Menschen mit Behinderungen.



Von Thomas Parth

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Imst, Innsbruck – „Beim Jugendbeirat des Tiroler Monitoringausschusses mitzuarbeiten, ist für mich sehr toll, da man gehört und ernst genommen wird. Wir Jugendliche machen auf Barrieren, die wir im Alltag erleben, und auf Konflikte aufmerksam und versuchen, an Lösungen zu arbeiten“, ist es Laura Moser besonders wichtig, selbst tätig zu werden, damit sich etwas ändert. Die Imsterin ist seit Herbst vergangenen Jahres Mitglied im Jugendbeirat. Der Monitoringausschuss selbst ist ein unabhängiger Ausschuss, der die Rechte von Menschen mit Behinderungen laut UN-Konvention überwacht und prüft, wie sie in Tirol eingehalten werden.

„Es werden die Themen besprochen, die uns aktuel­l beschäftigen. Im letzten Jahr war das vor allem Gleichberechtigung ganz allgemein, aber auch Ausbildung und Beruf, Liebe und Sexualität und ob bzw. wie es möglich ist, selbstständig zu wohnen“, zeigt Laura Moser auf. Es sind oft die kleinen Ding­e, die zu großen Barrieren werden, weiß Laura Mose­r: „Zum Beispiel hat eine Ausbildungsstätte zwar einen barrierefreien Eingang, aber er ist versteckt und nicht beschildert. Auch eine Bordsteinkante am End­e des Gehsteiges ist für eine Rollstuhlfahrerin wie mich ein unüberwindbares Hindernis.“

Petra Flieger, die den Jugendbeirat begleitet, ergänzt: „Jugendliche mit Behinderungen beschäftigen grundsätzlich dieselben Themen wie Jugendliche ohne Behinderungen. Was sie unterscheidet, sind vielfältige Aussonderungs- und Diskriminierungserfahrungen, die in den Treffen besprochen werden können.“

„Wer die UN-Konvention liest, denkt sich, so tät sich’s gehören. Aber das Wichtigste wäre, es einfach zu tun!“, so der Appell der jungen Imsterin, sich die UN-Konvention zu Herzen zu nehmen. Darüber hinaus lädt die Büro­kauffrau im 2. Lehrjahr interessiert­e Jugendliche ein, sich einzubringen und sich Gehör zu verschaffen.