Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.08.2019


Gesellschaft

Kufsteiner Jugendliche wollen mehr mitreden

Jugendgemeinderat will in der Festungsstadt mit viel Engagement mitarbeiten – von Klimaschutz bis Stadtgestaltung reichen die Ideen.

Gemeinsam wollen die Kufsteiner Jugendlichen „ihre“ Stadt lebenswerter machen.

© iStockphotoGemeinsam wollen die Kufsteiner Jugendlichen „ihre“ Stadt lebenswerter machen.



Von Matthias Ellinger

Kufstein – Die Ziele sind klar: mehr engagierte Jugendliche, höhere Aufmerksamkeit innerhalb der Stadtgemeinde und mehr Mitspracherecht für die Jugendlichen. Das ist das Vorhaben des aktuellen Kufsteiner Jugendgemeinderats, der seit November vergangenen Jahres in regelmäßigen Abständen tagt und sich um die Anliegen der Kufsteiner Jugendlichen und die Umsetzung verschiedener Projekte kümmern soll. Die Einführung eines Jugendgemeinderats in der Stadt Kufstein ist eigentlich nichts Neues. So war bereits in den 1990er- bzw. 2000er-Jahren ein Jugendgemeinderat in der Stadtgemeinde aktiv. „Allerdings nur in ganz leichter Form und bei Weitem nicht so in der Gemeinde verankert wie der aktuelle Jugendgemeinderat“, betont Harald Stoiber, der Leiter der Kinder- und Jugendabteilung der Stadt Kufstein. Seit seiner Entstehung im vergangenen Herbst im Rahmen des zweijährigen Projektes „YouthStein – Jugendbeteiligung in Kufstein“ konnte der aktuelle Jugendgemeinderat bereits einige Vorhaben umsetzen. So wurde etwa im Zuge der Mitgestaltung der neuen Kufsteiner Stadtbibliothek eine Liste von 100 Jugendbüchern erarbeitet, die im Bibliothekskatalog nicht fehlen sollten. Aber auch die Themen Klimawandel und Umweltschutz beschäftigen die Jugendlichen, wie der 14-jährige Julian Pfurtscheller berichtet. Im März wurde deshalb ein eigenes Jugendforum veranstaltet, bei dem Umweltreferent und Stadtrat Stefan Hohenauer zu Gast war, um über die Themen Klima, Umwelt sowie die Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinde zu sprechen. Auch über Maßnahmen zur Stadtverschönerung habe man sich im Jugendgemeinderat Gedanken gemacht, erzählt Michael Dillinger. „Wir haben schon einmal über Graffiti nachgedacht, mit denen wir die Stadt ein bisschen verschönern könnten“, erklärt der 16-Jährige das Vorhaben. Die dafür nötigen Flächen würden selbstverständlich von der Stadt zur Verfügung gestellt.

Was die Entwicklung in der Zukunft betrifft, hoffen die jungen Kufsteiner auf weitere Unterstützung. „Wir wollen die anderen Jugendlichen darauf aufmerksam machen, dass es uns gibt und dass sie auch mitmachen können“, schildert die 17-jährige Shiva Swist-Standl.

Im Sommer 2020 steht das Ende des Projektes „YouthStein“ bevor, dann laufen nämlich die EU-Fördergelder aus. Dass damit auch der Kufsteiner Jugendgemeinderat vor dem Aus steht, denkt der für die Organisation zuständige Stoiber nicht. Was aber die weitere Finanzierung betrifft, werde man zusätzlich zur Stadtgemeinde auch andere Unterstützer suchen müssen.