Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 29.08.2019


Bezirk Kufstein

Ein Hauch von Afrika am Niederndorferberg

Die Familie Daxauer hat sich als Hobby der Zucht von Straußen verschrieben. Anfangs wurde ihr Laufvogelgehege mit bis zu 15 Tieren von den Behörden misstrauisch beäugt.

Heidi Daxauer mit den Enkeln Emma und Lena beim Straußennachwuchs im privaten Gehege.

© EberharterHeidi Daxauer mit den Enkeln Emma und Lena beim Straußennachwuchs im privaten Gehege.



Von Brigitte Eberharter

Niederndorferberg – Da schwingt ein bisschen „Jenseits von Afrika“ mit: Seit 2001 betreibt das Ehepaar Daxauer als Hobby eine Straußenzucht am Niederndorferberg. Zeitweise hatten sie sogar eine ansehnliche Herde beisammen.

Die ‌Niederndorferberger hatten sich schon immer für Vögel interessiert. So nannten sie auch einen sprechenden Beo, ein Geschenk der Kinder, ihr Eigen. Die nächsten geflügelten Tiere waren dann ein gutes Stück größer. Warum es ausgerechnet Strauße sind? „So ganz genau wissen wir das nicht mehr“, erzählt das Ehepaar.

Die ersten vier Strauße haben Heidi und Sebastian Daxauer dann in Amstetten gekauft. Doch der Anfang war für die Neo-Laufvogelzüchter nicht leicht. Jahrelang hatten die Daxauers nach eigenen Worten Probleme mit den Behörden, weil man behauptete, die Tiere würden nicht in unsere Region passen. „Es verging kaum eine Woche, in der nicht ein Behördenvertreter vor der Tür stand“, erinnert sich das Ehepaar. Erst war der Zaun um einige Zentimeter zu erhöhen und auch sonst fand man allerlei, was man beanstanden konnte. Als schließlich alles durchgeboxt war, kam das große Erstaunen, gab es doch da in einer landwirtschaftlichen Aussendung die Empfehlung an die Landwirte, sich mit den Straußen einen Nebenerwerb zu schaffen.

Straußenfleisch war damals vollkommen neu hierzulande und galt als besondere Delikatesse. Jahrelang hat der ehemalige Postwirt in Niederndorf die geschlachteten Vögel vom „Berg“ bestens zubereitet. „Man muss einige Dinge berücksichtigen, dann ist es ein hervorragendes Fleisch. Und man muss es sofort essen, sonst wird es zäh“, weiß Heidi Daxauer. Private Fleischabnehmer hatten damit oftmals Probleme. Mittlerweile hat man die Zucht jedoch eingeschränkt für den Privatverbrauch – und eben als Hobby.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

In den Anfangsjahren war die Straußenfarm der Daxauers ein beliebtes Ausflugsziel für ganze Schulklassen und auch sonst kamen immer Leute vorbei, um sich diese „exotischen“ Tiere anzusehen. Immerhin spazierten damals bis zu 15 Strauße in ihrem Gehege herum.

In der Brutsaison legen die Hennen oftmals täglich ein Ei. Meist irgendwo auf der Weide. Das Besondere an den kürzlich geschlüpften Jungen am Niederndorferberg ist die Tatsache, dass sie aus einer Naturbrut heraus entstanden sind. Dabei wechselten sich die beiden Hennen tagsüber beim Brüten ab, während der Hahn die Nachtschicht übernahm. Bei den Straußen ist übrigens der „Papamonat“ ganz normal: Der Hahn zieht die Jungen auf.

Solange der Altbauer noch Freude an seinem Hobby hat und diesem nachgehen kann, so lange wird es wohl einen Hauch von Afrika am Niederndorferberg geben.