Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.09.2019


Kufstein

Kein Asbest neben dem Kufsteiner Krankenhaus

Die Unterländer Firma setzt eine „Goodwill-Aktion“ und will sich verpflichten, keine asbesthaltigen Stoffe in Kufstein zwischenzulagern.

Bei der Verhandlung formierte sich bereits heftiger Widerstand der Anrainer gegen die Recyclinganlage.

© HrdinaBei der Verhandlung formierte sich bereits heftiger Widerstand der Anrainer gegen die Recyclinganlage.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Der Aufschrei in Kufstein war groß, als bekannt wurde, dass die Unterländer Firma Mauracher bei Kufstein-Süd eine Recyclinganlage samt Zwischenlager für Baureste plant. Besonders das Wort Asbest ließ die Kufsteiner auf die Barrikaden gehen. In das Protestgeschrei stimmten auch die Verantwortlichen des Bezirkskrankenhauses mit ein. Immerhin hätten die asbesthaltigen Stoffe nur 300 Meter vom Spital entfernt zwischengelagert werden sollen. Auch eine eigens gegründete Bürgerinitiative unternimmt seither alles, um die Recyclinganlage zu verhindern. Im Hintergrund gab es eine rege Verhandlungstätigkeit. Und Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel kann von „einem großen Erfolg berichten“, wie er sagt.

„Ohne irgendeine Gegenleistung der Stadt Kufstein hat sich die Firma Mauracher bereit erklärt, auf die Asbeststoffe zu verzichten, und hat dies bereits in einem Schreiben an das Land Tirol mitgeteilt. Ich bewerte das als einen großartigen Schritt der Firma. Die Gespräche haben gezeigt, dass das Unternehmen nicht daran interessiert ist, die Bevölkerung gegen sich aufzubringen, und sich ihrer Verantwortung als heimische Firma bewusst ist“, meint Krumschnabel.

Laut dem Bürgermeister habe sich das Unternehmen ihm gegenüber auch bereit erklärt, diesen Verzicht mit der Stadt Kufstein vertraglich abzusichern. „Damit geht dieses Ergebnis weit über das hinaus, was im Vorfeld in den letzten Tagen erörtert wurde“, sagt Krumschnabel.

Firmenchef Heinrich Mauracher bestätigt gegenüber der Tiroler Tageszeitung den Asbestverzicht. Es sei eine „Goodwill-Aktion“ der Firma, betont er. Alles andere bleibe wie gehabt.

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Gegen das „Andere“, also die Recyclinganlage, könnte es aber weiter Widerstand geben. Von der Bürgerinitiative – und trotz der Zusage Maurachers auch von der Stadt. Krumschnabel hat nämlich im Vorfeld klargestellt, dass man trotz der Erklärung der Firma nicht von vornherein auf Einwendungen verzichten werde, auch weil das die Bevölkerung verlange.




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