Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.09.2019


Bezirk Landeck

Stollen des alten Bergwerks sind wieder begehbar

In zweijähriger Bautätigkeit machten Fachleute jeweils rund 70 Meter des „Knoppalochstollens“ und des „Markusstollens“ begehbar.

BM Helmut Mall, Peter Gstrein, TVB-Obmann Josef Chodakowsky sowie Frank Traxl und Manuel Venier (HTB; v. l.) nahmen die offizielle Eröffnung der revitalisierten Bergwerksanlage vor.

© Paul SchranzBM Helmut Mall, Peter Gstrein, TVB-Obmann Josef Chodakowsky sowie Frank Traxl und Manuel Venier (HTB; v. l.) nahmen die offizielle Eröffnung der revitalisierten Bergwerksanlage vor.



Von Paul Schranz

St. Anton – Die jahrhunderte­alte, teils reaktivierte Bergwerksanlage in Gand, Gemeinde St. Anton, wurde am Samstag feierlich eröffnet. In zweijähriger Bautätigkeit machten Fachleute jeweils rund 70 Meter des „Knoppalochstollens“ und des „Markusstollens“ begehbar, stellten die originalen Grubenzimmerungen wieder her, errichteten einen kinderwagentauglichen Rundwanderweg, bauten Hütten, in denen altes Werkzeug präsentiert wird, und versahen die Anlage mit elf informativen Schautafeln über das Bergwerk im Allgemeinen und die Region im Speziellen.

Initiiert wurde das Projekt von Gemeinde und Tourismusverband St. Anton. Sie brachten dafür 300.000 Euro auf, weitere 200.000 Euro wurden über Interreg-Mittel finanziert.

Die Kinder der Volksschule St. Jakob am Arlberg sangen Lieder und gaben Einblicke in das Leben der Knappen.
Die Kinder der Volksschule St. Jakob am Arlberg sangen Lieder und gaben Einblicke in das Leben der Knappen.
- Paul Schranz

„Mit der Reaktivierung der Bergwerksanlage wird ein Kindheitstraum vieler Einheimischer wahr. Den Anstoß zum Projekt gab der inzwischen verstorbene St. Antoner Hobbyarchäologe Marku­s Kaser, der 2012 erste Grabungen durchführte und schließlich zwei Stolleneingänge freilegen konnte“, ließ Bürgermeister Helmut Mall bei der Eröffnung wissen. Für Tourismusobmann Josef Chodakowsky ist die Anlage, die eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte bietet, „ein wichtiger Mosaikstein im touristischen Angebot der Region“.

Der pensionierte Landesgeologe Peter Gstrein hat das Projekt von Beginn an betreut. „Der Erzbergbau hat in Tirol im 14. Jahrhundert begonnen. Hier, in der Anlage von Gand, wurden 20 Prozent des Tiroler Quecksilbers abgebaut. Mit den Arbeiten war allerdings 1520 schlagartig Schluss. Warum, wissen wir bis heute nicht“, so Gstrein.

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Rund um den Bergbau in der Oberländer Gemeinde ranken sich mehr Gerüchte als Fakten. So etwa, dass im Markusstollen eine Kaverne, so groß wie die St. Jakober Kirche, sein soll. Nach dieser wird der Bergwerksexperte mit Fachleuten ab kommendem Jahr suchen. „Wir müssen allerdings aufgrund des großen Bergdrucks mit einfachen Werkzeugen arbeiten, an Sprengungen ist nicht zu denken“, so Gstrein. Näheres unter www.bergbau-gand.at