Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Bezirk Schwaz

Pflegeheim aus Containern wird mit Leben gefüllt

Endlich ist es so weit: Nach dem Brand im Altenwohnheim können die Bewohner in eine Übergangslösung nach Schwaz zurückkehren.

Im Innenhof der flexiblen Wohneinheit in Schwaz wird noch an der Terrasse gebaut.

© FankhauserIm Innenhof der flexiblen Wohneinheit in Schwaz wird noch an der Terrasse gebaut.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Die Aufregung steigt. Am Sonntag ist es so weit. Die Vorbereitungen laufen in Innsbruck und Schwaz auf Hochtouren. Während die einen sich mental auf ein neues Zuhause einrichten, müssen die anderen im wahrsten Sinne des Wortes noch einrichten. Denn die Bewohner des ehemaligen Alten- und Pflegewohnheimes Weidachhof St. Josef kehren nach Schwaz zurück. Nach dem Großbrand im November 2018 wurden die meisten von ihnen in einem Heim in Pradl untergebracht. Während das teils zerstörte Gebäude in Schwaz innerhalb der nächsten drei Jahre neu aufgebaut wird, kommen die Bewohner nun in eine Anlage aus flexiblen Wohnmodulen.

„Wir freuen uns schon sehr, dass wir zurück nach Schwaz ziehen können. Besonders schön wird es sein, wieder im gewohnten Umfeld zu leben. Dadurch sind Familie und Freunde in der Nähe und können wieder öfter zu Besuch kommen“, sagt Bewohnerin Ilse Lochner. Mit ihr freuen sich aber auch die Mitarbeiter, die laut Heimleiterin Evelyn Schöftner wieder alle in Schwaz arbeiten werden.

Drinnen legen die freiwillige Helferin Elfriede Ismaili (l.) und Generaloberin Maria Gerlinde Kätzler beim Einrichten Hand an.
Drinnen legen die freiwillige Helferin Elfriede Ismaili (l.) und Generaloberin Maria Gerlinde Kätzler beim Einrichten Hand an.
- Fankhauser

Noch wirkt das Heim wie eine Containeranlage, aber das wird sich ab Sonntag ändern. „Jeder der 41 Bewohner kann sich sein Zimmer mit persönlichen Gegenständen einrichten und sich so wieder heimelig fühlen“, sagt Schöftner. Die Bewohner erwarten nicht nur 41 Zimmer mit Nasszellen, sondern auch eine Kapelle, Aufenthaltsräume und Bewegungsmöglichkeiten im Freien. Derzeit wird laut GF Bernhard Guggenbichler noch an der Terrasse im Innenhof gewerkt und das Mobiliar aufgebaut. „Auch Reinigungsarbeiten sind noch zu erledigen.“

Am Sonntag zählt Generaloberin Maria Gerlinde Kätzler von den Barmherzigen Schwestern Zams wieder auf die vielen freiwilligen Helfer und Einsatzorganisationen, damit die Übersiedelung reibungslos läuft. Der Aufwand sei groß. Sie sieht die Übergangslösung als einen „Hoffnungsschimmer“.

Laut BM Hans Lintner wird derzeit die Ausschreibung des Architekturwettbewerbs für den Neubau vorbereitet. Auf der 2450 m² großen Fläche, auf der nun die Wohnmodule stehen, soll nach dem Wiederaufbau des Pflegeheimes im Westen des Areals eine Wohnanlage entstehen. Der restliche Garten bleibe erhalten.

Das bisherige Altenwohnheim wird in den nächsten Jahren neu aufgebaut.
Das bisherige Altenwohnheim wird in den nächsten Jahren neu aufgebaut.
- Fankhauser