Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Tirol

Neue Standards für Kinder in Heimen

Ein neuer Leitfaden soll Einrichtungen als Orientierung zur Umsetzung von bundesweit gültigen Qualitätskriterien dienen.

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Innsbruck – Aus verschiedenen Gründen kann es für ein Kind, aber auch für Eltern wichtig sein, dass es aus der Familie genommen wird und entweder zu Pflegeeltern oder in ein Heim kommt. In Tirol wurden im Vorjahr 582 Minderjährige im Rahmen der vollen Erziehung in sozialpädagogischen Einrichtungen betreut. Dazu kommen 201 junge Erwachsene, die eine Fortsetzung der Erziehungshilfe erhalten haben. In Österreich leben rund 16.600 Kinder und Jugendliche nicht in ihren Herkunftsfamilien.

Zwar gibt es bundesweit gültige Rahmenbedingungen, was die Betreuung dieser Kinder betrifft, unterschiedliche Landesgesetze und -verordnungen führen aber dazu, dass es bis dato keine einheitlichen Qualitätsstandards gibt. So unterscheiden sich in den Bundesländern beispielsweise Personalschlüssel und -besetzung, Gruppengrößen, Ausbildungsanforderungen an das Personal sowie Qualitätsanforderungen und Abläufe zum Teil deutlich. Auf Initiative des Netzwerks FICE Österreich wurden in einem eineinhalb Jahre dauernden Prozess Qualitätsstandards für alle Kinder und Jugendlichen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe erarbeitet. FICE hat sich zum Ziel gesetzt, die außerfamiliäre Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Gestern stellten Beteiligte die 66 Qualitätsstandards im Rahmen einer Regionaltagung in Tirol der Öffentlichkeit vor.

„Ein Kind ist ein Kind. Egal, wo es geboren ist“, betont Wolfgang Katsch, Geschäftsleiter von SOS-Kinderdorf Westösterreich. Es dürfe daher in den Bundesländern keine qualitativen Unterschiede bei der Betreuung von Kindern in Einrichtungen geben. Monika Lengauer (FICE) sieht in dem Leitfaden einen wichtigen Schritt, nun müssten die Standards implementiert werden. Eine Evaluierung und Überarbeitung ist in zwei bis drei Jahren geplant. (np)

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