Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.10.2019


Bezirk Kufstein

Tag der offenen Tür im Krankenhaus: Jeder durfte einmal ans Skalpell

Zum 20-Jahr-Jubiläum gab es gestern am Kufsteiner Bezirkskrankenhaus einen Tag der offenen Tür. Interessierte konnten vieles ausprobieren, darunter den eine Mio. Euro teuren Operationsroboter „DaVinci“.

Stv. Verwaltungsdirektorin Erika Ortlieb (l.) führte interessierte Politiker und Behördenvertreter – darunter (v. l.) LR Bernhard Tilg, BH Christoph Platzgummer, TGKK-Chef Werner Salzburger und Krankenhausverbandsobmann Rudi Puecher – durch die Stationen.

© HrdinaStv. Verwaltungsdirektorin Erika Ortlieb (l.) führte interessierte Politiker und Behördenvertreter – darunter (v. l.) LR Bernhard Tilg, BH Christoph Platzgummer, TGKK-Chef Werner Salzburger und Krankenhausverbandsobmann Rudi Puecher – durch die Stationen.



Von Jasmine Hrdina

Kufstein – Gerne geht man ja normalerweise nicht ins Krankenhaus. Gestern machten Hunderte Besucher in Kufstein allerdings eine Ausnahme. Zum 20-jährigen Bestehen lud das Team des Bezirkskrankenhauses zum Tag der offenen Tür und bot dabei seltene Einblicke in den Arbeitsalltag.

Ein Rettungshelikopter, Operationssimulationen und die Hundestaffel brachten viele zum Staunen, spannende Infos gab es bei zahlreichen Vorträgen. Ein Highlight war sicherlich Operationsroboter „DaVinci“. Das mehr als eine Mio. Euro teure System ermöglicht es dem Chirurgen, mittels Steuerung über einen Computer, 3D-Ansicht und Roboterarmen die Instrumente zu bewegen. Operationen können so besonders nervenschonend erfolgen, der Heilungsprozess wird beschleunigt. „Die Operation wird dadurch zwar nicht billiger, aber wir können die Liegezeit der Patienten verkürzen“, erklärte Lorenz Höltl, Primar der Urologie.

Am Robotiksystem "DaVinci" durften die Besucher selbst ihre chirurgischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Am Robotiksystem "DaVinci" durften die Besucher selbst ihre chirurgischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
- Hrdina

Neu ist das System nicht – es existiert bereits seit 20 Jahren. In Österreich sind bisher aber nur elf davon im Einsatz, in Tirol keines. In Kufstein diente der Roboter nur als Leihgabe für den Tag der offenen Tür. „Operieren wird immer ein Chirurg, nicht der Roboter. Aber mit dem System können Ärzte besser auf die jeweilige Situation eingehen“, erklärte Unternehmensvertreter Severin Eisner (Intuitive).

Dabei vergeht in Kufstein kein einziger Tag, an dem nicht operiert wird. Ein Viertel der Operationen sei dabei nicht geplant und müsse dazwischengeschoben werden, erklärte die stellvertretende Verwaltungsdirektorin Erika Ortlieb. „Eine Herausforderung für alle Beteiligten.“

Seit der Eröffnung des BKH Kufstein im Juli 1999 wurden in dem Haus 1,65 Mio. Patienten ambulant und 580.000 weitere stationär behandelt. Einer der Schwerpunkte liegt im Bereich Geburtshilfe. Bis gestern erblickten seit der Eröffnung der Kufsteiner Einrichtung dort 16.500 Kinder das Licht der Welt.

Derzeit beschäftigt man 1233 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Vollzeit. Diese leisten 1,6 Mio. Arbeitsstunden im Jahr und machen mit 68,8 Mio. Euro einen erheblichen Posten im Budget aus.

Weniger von den Zahlen, vielmehr vom bunten Rahmenprogramm zeigten sich die jüngsten Besucher beeindruckt. „Es sind spannende Einblicke und gleichzeitig kann man Kindern die Angst vorm Krankenhaus nehmen“, freut sich eine Mutter.

Kleine Besucher konnten ihre Hemmschwelle gegenüber dem Krankenhaus und medizinischem Personal senken.
Kleine Besucher konnten ihre Hemmschwelle gegenüber dem Krankenhaus und medizinischem Personal senken.
- Hrdina