Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.10.2019


Jubiläum

Glockenweihe zum 350. Geburtstag der Universität Innsbruck

Am 15. Oktober 1669 wurden wesentliche Weichen für die Gründung der Innsbrucker Universität gestellt.

Bischof Hermann Glettler weihte gestern die beiden neuen Glocken. Im Anschluss wurde der Jubiläumsgottesdienst gefeiert.

© Foto TT/Rudy De MoorBischof Hermann Glettler weihte gestern die beiden neuen Glocken. Im Anschluss wurde der Jubiläumsgottesdienst gefeiert.



Innsbruck – Mit einem Dankgottesdienst und einer Glockenweihe durch Innsbrucks Diözesanbischof Hermann Glettler wurde gestern in der Jesuitenkirche in Innsbruck der 350. Geburtstag der Innsbrucker Universität gefeiert. Erinnert wurde dabei vor allem an die bedeutende Rolle des Jesuitenordens und der Katholischen Kirche bei der Gründung der Universität.

Es war am 15. Oktober 1669, als Kaiser Leopold I. die Erhebung des „Haller Salzaufschlags“, der Sondersteuer zur Finanzierung einer Tiroler Landesuniversität, genehmigte. Diese Maßnahme war ausschlaggebend für die Entstehung der heutigen Universität Innsbruck. 1669 gegründet, wurde der Unterricht in die Hände des seit 100 Jahren bestehenden Jesuitenordens gelegt. Mit dem Studienjahr 1669/70 begann der erste Universitätskurs in Logik, der Grundstein für die Philosophische Fakultät war damit gelegt. 1671 nahmen die Theologische und die Juridische Fakultät ihren Betrieb auf, das medizinische Studium begann 1674. Auch die zwei Urkunden zur formellen Gründung der Universität Innsbruck – das feierliche Dekret von Kaiser Leopold I. sowie die Bestätigungsbulle von Papst Innozenz XI. – wurden in der Jesuitenkirche öffentlich verkündet.

Dass gestern anlässlich des Jubiläumsjahres auch zwei neue Glocken für die Jesuitenkirche geweiht wurden, hat einen besonderen Grund: Bisher hatte die Kirche zwei Glocken: einmal die große, neun Tonnen schwere Herz-Jesu-Glocke, die immer freitags um 15 Uhr und an hohen Feiertagen geläutet wird. Und im anderen Turm die so genannte Silberglocke aus dem Jahr 1579. Diese Glocke wird pro Tag dreimal geläutet.

Beim Jubiläumsgottesdienst.
Beim Jubiläumsgottesdienst.
- Foto TT/Rudy De Moor

Zur Entlastung und zum Schutz dieser Glocke wurden nun zwei neue Glocken gegossen, finanziert durch die Tiroler Landesgedächtnis-Stiftung und private Spender. Eine Glocke wurde zu Ehren der Märtyrer, die an der Universität Innsbruck studiert haben, geschaffen. Diese Glocke wurde vom Osttiroler Künstler Peter Raneburger gestaltet. Die andere Glocke ist eine zu Ehren der hl. Maria Magdalena, Zeugin der Auferstehung und Apostolin der Apostel. Papst Franziskus hat ihren Gedenktag am 22. Juli zu einem Fest im Range eines Apostelfestes erhoben. Die Magdalena-Glocke wurde von der Tiroler Künstlerin Nora Schöpfer gestaltet. (TT, np)

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