Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.10.2019


Innsbruck-Land

Sozialverein-Obmänner boxen in Rum für achtjähriges Mädchen

Die Obmänner zweier Sozialvereine treten in Rum zum großangelegten

Charity-Boxkampf an, um einer 8-Jährigen eine Therapie zu ermöglichen.

Reini „Balboa“ Happ (r.) fordert Harald „Die Samtpfote“ Lederer zum Benefiz-Boxduell heraus.

© DomanigReini „Balboa“ Happ (r.) fordert Harald „Die Samtpfote“ Lederer zum Benefiz-Boxduell heraus.



Innsbruck, Rum – Reini „Balboa“ Happ versus Harald „Die Samtpfote“ Lederer: So lautet das spektakuläre Duell am Freitag, den 24. Jänner 2020, um 20 Uhr im Rumer Veranstaltungszentrum FoRum. Die Obmänner zweier hochengagierter Sozialvereine steigen für einen großen Charity-Boxkampf in den Ring.

Der 2017 gegründete „Benefizverein Reini Happ und Freunde“ unterstützt in Tirol lebende Familien, ebenso obdachlose Menschen und Mindestpensionisten. Auch für Organisationen wie die „Arche Herzensbrücken“ oder das Hospizhaus in Hall legte man sich bereits ins Zeug. Schon seit 2004 besteht der Verein Soccer Team aus Rum, 2009 wurde der „Help for Kids“-Spendenfonds ins Leben gerufen. Über Sport- und Kulturveranstaltungen aller Art und mithilfe eines großen Unterstützernetzwerks konnten aus dem Fonds seither erstaunliche 360.000 Euro an ca. 160 bedürftige Tiroler Familien ausgeschüttet werden.

Nun tun sich die beiden Vereine erstmals zusammen, um für ein 8-jähriges Mädchen aus der Umgebung von Innsbruck eine Delfintherapie zu finanzieren.

Aber warum gerade ein Boxkampf? Soccer-Team-Vorstand Lederer habe vor Jahren bereits einen Charity-Kampf bestritten, erzählt Happ. „Das hat mir gefallen. Also habe ich beschlossen, ihn herauszufordern. Und nach meiner Videobotschaft konnte er nicht mehr zurück“, lacht er.

Sportlich nehmen die beiden den Kampf (maximal fünf Runden à 2 Minuten) keineswegs auf die leichte Schulter. Beide stehen seit Monaten im professionellen Training. Happ wird von Hamza Ekinci gecoacht: Neben Kraft und Ausdauer gehe es auch um Technik, sagt Ekinci, „schließlich hat Reini keine Box-Vorkenntnisse“. Lederer vertraut auf Promi-Trainer Joachim „Jopo“ Pötschger, der schon mit Sylvester Stallone oder Ronan Keating gearbeitet hat.

Bis zum Kampf sind es nur noch 100 Tage. Und wie bei epischen Boxduellen üblich, wurde schon im Vorfeld – bei einer Pressekonferenz, die live ins Netz übertragen und von einem muskelbepackten Security „bewacht“ wurde – verbal kräftig ausgeteilt: „Es ist nur noch die Frage, welche Runde sich Reini für den Sieg aussucht“, gab sich dessen „Manager“ Reinhard Sachsenmaier siegesgewiss. Sein Pendant auf der Gegenseite, Thomas Falger, erinnerte an die verrückten Aktionen, die er mit dem Soccer-Team-Kollegen Lederer schon unternommen habe – darunter eine turbulente Rikscha-Fahrt von Linz nach Innsbruck oder einen 25-stündigen 125-km-Fußmarsch von Bayern nach Tirol: „Das hier wird für Harald die leichteste Aktion von allen, ich rechne mit einem schnellen K. o.“ Boxen sei für ihn eigentlich nicht mehr in Frage gekommen, ätzte Lederer. „Aber seinerzeit bin ich gegen einen Mann angetreten – jetzt gegen einen Senior.“

Happ blieb nichts schuldig: Über seinen Masseur übergab er Lederer ein Formular der Sozialversicherung – für die zu erwartende Genesungsphase nach dem Kampf. Ja, er enthüllte sogar ein nagelneues Tattoo am Hals, das Boxhandschuhe und die Jahreszahl 2020 zeigt – und forderte Lederer auf, sich dasselbe Motiv stechen zu lassen.

Abseits des spaßigen Sprücheklopfens lobten beide die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und waren sich einig: „Am wichtigsten ist, was am Ende am Spendenscheck steht.“ Moderiert wird die Boxgala am 24. Jänner von Alex „Don Alexo“ Hager, das Rahmenprogramm umfasst Livemusik und eine Autoverlosung. Eintritt: freiwillige Spenden vor Ort. (md)