Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 28.10.2019


Bezirk Schwaz

Altenheim und Sprengel wachsen in Fügen zusammen

Ab 1. Jänner 2020 werden der Altenheimverband und der Gesundheits- und Sozialsprengel Vorderes Zillertal in Fügen fusioniert.

Dominik Mainusch (l.) wird Obmann, Franz Scheiterer Leiter der Sozialen Dienste Vorderes Zillertal. Im Hintergrund das Franziskusheim und rechts das Haus der Senioren mit 15 betreuten Wohnungen.

© DählingDominik Mainusch (l.) wird Obmann, Franz Scheiterer Leiter der Sozialen Dienste Vorderes Zillertal. Im Hintergrund das Franziskusheim und rechts das Haus der Senioren mit 15 betreuten Wohnungen.



Von Angela Dähling

Fügen – Deutlich mehr ältere und zu pflegende Menschen auf der einen Seite. Ein großes Problem bei der Aquise von Pflegekräften auf der anderen Seite. Auf dieses herausfordernde Zukunftsthema hat man im vorderen Zillertal jetzt reagiert.

Ab 1. Jänner wachsen der Altenheimverband Vorderes Zillertal und der Sozial- und Gesundheitssprengel der Region zusammen und werden zum Gemeindeverband „Soziale Dienste Vorderes Zillertal“ (SDVZ). Ihm gehören die Gemeinden Strass, Bruck, Schlitters, Fügen, Fügenberg, Hart, Uderns und Ried an. Obmann wird Fügens Bürgermeister LA Dominik Mainusch (VP) sein, Altenheimleiter Franz Scheiterer wird die Leitung des SDVZ übernehmen.

„Die Beschlüsse in den einzelnen Gemeinden und den beiden Verbänden dazu sind gefällt“, informiert BM Mainusch. Er ist Obmann des Altenheimverbandes und hat für die Dauer der Fusionsphase auch die Obmannschaft des Sozialsprengels von Christian Kreidl übernommen.

Das vordere Zillertal ist die zweite Region nach Grins, die eine solche Fusion vollziehen und Synergien der bisher parallel laufenden Strukturen nutzen möchte. Das Franziskusheim in Fügen und das Haus der Senioren, wo der Sozialsprengel seinen Sitz hat, sind schon jetzt Nachbarn und beide Häuser unterirdisch verbunden. Bereits seit vier Jahren wird in den Verbandsgemeinden das betreute Wohnen, Tagespflege und mobile Pflege im Haus der Senioren angeboten sowie Kurz- und Langzeitpflege im Franziskusheim nebenan.

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„Ziel ist es, in der Personalstruktur flexibler zu werden, von einer gemeinsamen Logistik zu profitieren, dem Bürger einen besseren Service zu bieten und die mobilen Dienste aufzuwerten“, fasst BM Mainusch zusammen. So lange wie möglich wolle man die Betreuung der Senioren in den eigenen vier Wänden ermöglichen. „Zentrales Element der SDVZ ist die Beratungsstelle. Betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen möchten wir hier sämtliche Informationen und Dienstleistungen kostenlos und unverbindlich aus einer Hand anbieten“, sagt Scheiterer. Mainusch ergänzt: „Das Im-Kreis-Schicken der Hilfesuchenden hat damit ein Ende.“

Mit insgesamt rund 120 Mitarbeitern (90 % davon Frauen) wird die SDVZ einer der mitarbeiterstärksten Betriebe im vorderen Zillertal sein. Gewerkschaft und AK habe man daher ins Boot geholt, sagt BM Mainusch. Alle Bediensteten werden künftig nach dem Gemeindebedienstetenvertrag angestellt. Finanzielle Nachteile werde es laut Mainusch für niemanden geben. Laut Scheiterer könne zudem der Wechsel der Arbeitsaufgaben (etwa von Heimpflege in die mobile Pflege) für die Arbeitsplatzqualität positiv sein.