Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Bezirk Landeck

Begeisterung der Master-Studenten in Landeck hält sich in Grenzen

Das neue Masterstudium mit 20 Prozent aller Lehrveranstaltungen am Standort Landeck wird von Studierenden als wenig attraktiv bewertet.

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© Wenzel



Von Helmut Wenzel

Landeck – Mit dem Start des Landecker Bachelorstudiums 2014 begann eine Erfolgsgeschichte. Das sechssemestrige Studium „Wirtschafts-, Gesundheits- und Sporttourismus“ boomte, heuer sind fast 300 Studierende inskribiert. „Es ist erfreulich, dass dieses akademische Bildungsangebot nach Landeck gekommen ist. Das Studium hat sich gut entwickelt“, sagt Stadtchef Wolfgang Jörg. Studienleiter Prof. Peter Heimerl resümiert: „Wenn ich von Absolventen erfahre, dass sie attraktive Jobs im Tourismus haben, freut mich das sehr.“

Seit Oktober gibt es das völlig neu konzipierte Masterstudium „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“. Wie berichtet, werden 20 Prozent der Lehrveranstaltungen am Standort Landeck und 80 Prozent an der Uni Innsbruck bzw. an der UMIT in Hall angeboten. Die Rahmenbedingungen lösen unter den 20 Studierenden alles andere als Begeisterung aus. „Ich habe den Bachelor in Landeck gemacht und dort auch gewohnt. Man hat uns in Aussicht gestellt, das Master-Studium wird zu 50 Prozent in Landeck stattfinden“, schildert der Student Lukas Reich. Er hätte weiterhin in der Bezirksstadt wohnen wollen. „Aber ich musste übersiedeln, weil der Großteil in Innsbruck und Hall läuft.“

Derzeit pendelt Reich jeden Montag zu Vorlesungen ins Oberland. Für ihn als Oberländer sei die Situation „noch einigermaßen erträglich“. Für Studierende mit weiter Anreise, etwa aus Hamburg oder Bozen, sei der Studienstandort Landeck hingegen „ziemlich unattraktiv“. Inhaltlich sehe er das Studium als „ansprechend und interessant“.

20 Studierende streben seit Oktober den Master-Abschluss im neuen Studium „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“ an. Die meisten haben in Landeck bereits den Bachelor-Abschluss gemacht.
20 Studierende streben seit Oktober den Master-Abschluss im neuen Studium „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“ an. Die meisten haben in Landeck bereits den Bachelor-Abschluss gemacht.
- Umit

Bildungslandesrat Bernhard Tilg sagte: „Ich wollte eine 50:50-Aufteilung, Das habe ich bereits vor der Akkreditierung des Masterstudiums gesagt. Offenbar gab es an der Universität Innsbruck und an der UMIT andere Überlegungen.“ An der Finanzierung wäre das Vorhaben jedenfalls nicht gescheitert, so Tilg.

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Rektorin Sabine Schindler von der UMIT Hall erläutert auf TT-Anfrage: „Die ursprüngliche Idee, das Masterstudium zur Hälfte in Land- eck und Innsbruck/Hall durchzuführen, war unter dem Eindruck der sehr positiven Entwicklung des Bachelorstudiums zu optimistisch formuliert.“ Im Zuge der Machbarkeitsstudie habe sich herausgestellt, „dass der notwendige Forschungsraum für ein qualitativ hochwertiges Masterstudium in Landeck nur mit einem hohen und letztendlich nicht realisierbaren Aufwand möglich gewesen wäre“. So habe man sich entschlossen, „auf den von den beiden Universitäten etablierten Forschungsraum zurückzugreifen und die praxisorientierten Wahlfächer in Landeck durchzuführen.

Kann und darf sich Landeck vor diesem Hintergrund trotzdem als Universitätsstadt bezeichen? – „Auch wenn man das Masterstudium in der ursprünglich angedachten Form realisiert hätte, wäre Landeck ein dislozierter Standort der Universität Innsbruck und UMIT geblieben“, erklärte die Rektorin.




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