Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 03.11.2019


Tirol

Statistik-Rückblick: Nichts bleibt beim Alten in Tirol

2006 erstmals erschienen liegt nun das vierte „Statistische Handbuch des Bundeslandes Tirol“ vor. Vor allem der Rückblick zeigt gravierende Veränderungen im Lande auf.

Die Bevölkerung altert: 2038 wird mehr als jeder vierte Tiroler über 65 Jahre alt sein.

© Die Bevölkerung altert: 2038 wird mehr als jeder vierte Tiroler über 65 Jahre alt sein.



Von Irene Rapp

Innsbruck — Nichts beschreibt die Wirklichkeit besser als Zahlen. Auf 450 Seiten hat nun die Abteilung Raumordnung und Statistik des Landes einmal mehr Daten zusammengefasst, die in Zusammenhang mit Tirol stehen. Denn das druckfrische Handbuch ist bereits das vierte.

Manfred Kaiser (Landesstatistik): „Die Daten ermöglichen Rückblicke und lassen so Veränderungen erkennen.“
Manfred Kaiser (Landesstatistik): „Die Daten ermöglichen Rückblicke und lassen so Veränderungen erkennen.“
- Land Tirol

Erstmals 2006 erschienen liefert es aber nicht nur eine Momentaufnahme. „Die Daten ermöglichen Rückblicke und lassen so Veränderungen erkennen", bringt es Manfred Kaiser, Leiter der Abteilung Landesstatistik auf den Punkt.

Eine gravierende Entwicklung ist etwa im Bereich der Bevölkerung erkennbar. Tirol wird älter, lautet die Kurzversion. So lebten 2018 exakt 754.705 Personen in Tirol.

Was die unter 15-Jährigen bzw. die über 65-Jährigen betrifft, hatten da allerdings bereits die „Alten" die Nase vorne — zahlenmäßig zumindest: Sie machten 18 Prozent der Bevölkerung aus, die „Jungen" 14,6 Prozent.

1988 sah die Lage noch anders aus: Da lag der Anteil der Jungen bei 19,7 Prozent, jener der über 65-Jährigen bei zwölf Prozent. „2038 wiederum ist bereits mehr als jeder Vierte über 65 Jahre alt", blickt Manfred Kaiser in die Zukunft.

Dann könnte auch die Zahl der über 100-Jährigen steigen: Die lag nämlich 2018 bei 75 Personen, 2001 waren es noch 42 gewesen.

Interessant auch der Blick auf die Landwirtschaft. 1951 gab es in Tirol 27.903 land- und forstwirtschaftliche Betriebe — fast zwei Drittel davon im Vollerwerb. 2016 waren es 15.556 — und nur noch 4209 im Vollerwerb.

Dementsprechend zurückgegangen ist die Größe der bewirtschafteten Flächen: Ende der 1970er-Jahre waren es 859.797 Hektar in Tirol, 2019 nur noch 767.000.

In Sachen Kriminalität zeigt der Rückblick Erfreuliches: So wurden 2008 von der Tiroler Polizei 47.610 Anzeigen bearbeitet, 2018 waren es 40.139. Auch konnte im Vergleich zu 2017 die Aufklärungsquote gesteigert werden und liegt mit 58,6 Prozent über dem österreichweiten Durchschnitt.

Information: Das „Statistische Handbuch" kann um zehn Euro zzgl. Versandspesen erworben werden (raumordnung.statistik@tirol.gv.at) bzw. gibt es als kostenfreien Download (www.tirol.gv.at/statistik).

Zahlen und Fakten

80,4/85. Die Lebenserwartung von 2018 geborenen Buben liegt bei 80,4 Jahren, bei Mädchen bei 85 — das ist bundesweite Spitze!

Reutte. Gramais (41), Namlos (74) und Kaisers (76): Drei der vier einwohnerschwächsten Orte Österreichs liegen im Bezirk Reutte.

1980. 2018 wurden von der Behörde tirolweit 3790 Führerscheine entzogen — darunter 1980 wegen Trunkenheit am Steuer.

15,9. 2018 hatten 120.300 Ausländer den Hauptwohnsitz in Tirol (ein Anteil von 15,9 Prozent an der Wohnbevölkerung).




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