Letztes Update am Do, 07.11.2019 13:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mexiko

Sensation: 824 Knochen in 15.000 Jahre alter Mammut-Fallgrube entdeckt

Eigentlich soll im mexikanischen Tultepec eine Abfalldeponie gebaut werden, doch der Fund zweier Gruben zieht Ausgrabungen nach sich. Die Forscher staunen über die Entdeckung von 15.000 Jahre alten Knochen, die ihr bisheriges Bild vom Urzeitmenschen verändern.

Fast tausend Knochen haben die Forscher auf dem Gelände einer geplanten Mülldeponie gefunden.

© AFPFast tausend Knochen haben die Forscher auf dem Gelände einer geplanten Mülldeponie gefunden.



Mexiko-Stadt – Forscher haben rund 15.000 Jahre alte Fallgruben und die Überreste von 14 Mammuts in Mexiko entdeckt. Der Fund weise auf einen stärkeren Organisationsgrad der Jäger und Sammler als bisher bekannt hin. Das teilte Mexikos Nationales Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) mit.

Bislang sei angenommen worden, dass Exemplare der vor langer Zeit ausgestorbenen Tiergruppe dort damals nur angegriffen wurden, wenn sie ein leichtes Opfer waren – etwa weil sie in einem Sumpf feststeckten. Ihre damaligen Jäger waren die ersten Menschen in der Gegend um die heutige mexikanische Hauptstadt.

Wissenschaftler nahmen bisher an, dass Mammuts nur angegriffen wurden, wenn sie leichte Ziele waren - wie etwa durch Verstecken in einem Sumpf.
Wissenschaftler nahmen bisher an, dass Mammuts nur angegriffen wurden, wenn sie leichte Ziele waren - wie etwa durch Verstecken in einem Sumpf.
- AFP

824 Knochen gefunden

Die Entdeckung wurde bei Ausgrabungen auf dem Gelände einer geplanten Abfalldeponie im rund 40 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt gelegenen Tultepec gemacht. Dabei seien zwei Gruben von 1,7 Meter Tiefe und 25 Meter Durchmesser mit Wänden in fast geraden Winkeln sowie 824 Knochen gefunden worden, darunter acht Schädel. Das Alter ließ sich unter anderem aus einer feinen Staubschicht vom Ausbruch des Vulkans Popocatépetl vor etwa 14.700 Jahren erkennen, die auf und zwischen den Knochen gefunden wurde, wie es vom INAH hieß.

Der Fund weise auf einen stärkeren Organisationsgrad der Jäger und Sammler hin, die als erste Menschen die Gegend um die heutige mexikanische Hauptstadt im späten Pleistozän besiedelten.
Der Fund weise auf einen stärkeren Organisationsgrad der Jäger und Sammler hin, die als erste Menschen die Gegend um die heutige mexikanische Hauptstadt im späten Pleistozän besiedelten.
- AFP

Die Entdeckung dieser Form der Mammutjagd in der Region stelle einen Umbruch im Denken über die Interaktion zwischen Menschen und den Rüsseltieren dort dar, erklärte der Archäologie-Chef der INAH, Pedro Sánchez Nava. In der Gegend im Bundesstaat Mexiko waren bereits zuvor Überreste von Mammuts gefunden worden. Die Archäologen vermuten nun in der Umgebung weitere Fallgruben. (dpa)

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