Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.11.2019


Bezirk Imst

Ein neues Miteinander sichert die Nahversorgung in Mötz

Mit einem völlig neuen Konzept startet nächste Woche in Mötz ein so genannter „lebensM“. Es geht um Lebensmittel, Klimaschutz, aber auch um gelebte Inklusion.

Dominik Frischmann (l.) wird von Anna-Maria Mölk für die vielen Tätigkeiten im neuen Laden eingeschult.

© Dominik Frischmann (l.) wird von Anna-Maria Mölk für die vielen Tätigkeiten im neuen Laden eingeschult.



Innsbruck – Wer einmal durch Mötz gefahren ist, weiß, dass es in dem Dorf unter der Wallfahrtskirche Locherboden außer zahlreichen Einfamilienhäusern und einer Kirche nicht viel gibt. Nur vereinzelte leere Schaufensterflächen mit Aufschriften auf den Hausmauern belegen, dass es in dem Dorf auch einmal einen Bäcker oder eine Metzgerei gegeben hat. Mötz teilt damit sein Schicksal mit vielen Tiroler Dörfern: Zum Einkaufen fährt man auswärts.

Seit ein paar Wochen tut sich allerdings in dem neuen Gebäude bei der Kirche im Parterre etwas: Es wird ein Laden eingeräumt. Konkret: Es wird in Mötz ab nächster Woche einen neuen Nahversorger, einen so genannten MiniM, geben. Es wird mehr als nur ein Lebensmittelmarkt sein. Hier arbeiten drei Partner – MPreis, die Gemeinde Mötz und die Lebenshilfe Tirol – an einer neuen Idee: Mit dem Mini-Supermarkt soll das Dorf neu belebt, den Bürgern ein kurzer und damit klimafreundlicher Nahversorger geboten und Menschen mit Behinderung ein inklusives Arbeitsumfeld, das sie auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten soll, geboten werden. Die Gemeinde stellt die Räumlichkeiten gratis zur Verfügung, damit sich das kleine Lebensmittelgeschäft auch rentiert. Meist sind diese ja nicht rentabel, die Kosten zu hoch: „Wir freuen uns, wenn die Bürger ihre Einkäufe ohne Auto im Ort erledigen können, und ein Geschäft im Ort heißt auch mehr soziales Leben. Man trifft sich, ratscht und das Dort bleibt aktiv“, erklärt Bürgermeister Michael Kluibenschädl. Peter Paul Mölk, Geschäftsführer von MPreis, gefällt die Idee, „weil wir mit diesem besonderen Markt soziale Verantwortung und einen Klimaschutz mit kurzen Transportwegen und einem regionalen Warenangebot leben“. Für Georg Willeit, Geschäftsführer der Lebenshilfe, stehen „der Nutzen und der Mehrwert für alle im Zen­trum. Inklusion vergrößert die Lebensqualität von allen.“ Startschuss für den neuen „lebensM“ soll am 14. November sein – dann öffnet der Markt seine Türen für alle. (lipi)

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